Investment in Holz
Harvard fällt auf Betrüger in Rumänien rein

Die wohlhabende US-Universität investiert seit Jahren in rumänischen Wald. Sie ist einer der größten Waldbesitzer des Landes. Allerdings scheint Harvard überhöhte Preise bezahlt zu haben. Ein Mitarbeiter wurde verhaftet.
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BukarestEinem Investment-Agenten der Harvard Universität wird vorgeworfen, Bestechungsgelder von etwa einer Million Euro sowie Geschenke angenommen zu haben. Im Gegenzug hatte er die Universität dazu gebracht, Wald in Rumänien zu überhöhten Preisen zu kaufen.

Der Agent namens Dragos Lipan Secu, der am 20. Januar verhaftet wurde, traf sich mit namentlich nicht genannten Verkäufern im Zeitraum von 2007 bis 2009, um die Preise künstlich aufzublähen, erklärte die Anti-Korruptions-Polizei. Die überhöhten Preise zahlen sollte die Harvard-Tochter Scolopax.

Insgesamt seien 4,45 Millionen Lei (rund eine Million Euro) an Bestechungsgeldern an Lipan Secu geflossen, zudem wurden ihm eine Reise auf die Kanarischen Inseln spendiert und ein Chrysler Sebring. Ihm wird Geldwäsche vorgeworfen, und seine Frau Mariana wurde wegen Mittäterschaft verhaftet. Den beiden drohen Gefängnisstrafen von mehr als zehn Jahren.

„Diese ganze Angelegenheit hat die Investoren in Scolopax geschädigt, da das Waldland überteuert war und die Differenz an die Angeklagten floss“, sagte Livia Saplacan, eine Sprecherin der Anti-Korruptions-Behörde in Bukarest.

Weder Harvard noch die Untersuchungsbehörden wollten Angaben dazu machen, wie viel Geld Scolopax zu viel für das Waldland gezahlt hat.

Harvard ist die weltweit wohlhabendste Universität. Die Harvard-Stiftung kam im Juni 2013 auf ein Volumen von 32,7 Milliarden Dollar. Die rumänische Tageszeitung Ziarul Financiar berichtete 2011, dass die Universität nach dem Staat der größte Besitzer von Waldland in Rumänien ist. Insgesamt wurden demnach über Scolopax 35.000 Hektar kontrolliert

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Da sind sie ja in guter Gesellschaft mit Prokon.

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