Konjunkturdaten
Dax-Ausblick: Kurse bleiben auf Trab

Unsicherheit über die weitere Entwicklung von Preisen und Zinsen belastet derzeit die Börse. Die entscheidende Frage lautet: Wohin geht die Konjunktur? Aufschluss darüber geben Indikatoren und statistische Auswertungen, von denen einige in den nächsten Tagen anstehen. Sie dürften die ohnehin schwankenden Aktienkurse weiter in Bewegung halten, vermuten Marktbeobachter.

HB FRANKFURT. Die kommende Woche wird spannend – nicht nur für Fußballfans, die mit der deutschen Nationalmannschaft um den Einzug ins Endspiel der Europameisterschaft zittern, sondern auch an den Börsen. „Das wird mit Sicherheit keine langweilige Woche“, prognostiziert MM-Warburg-Chefvolkswirt Carsten Klude. Ein Krisengipfel zum Thema Öl am Wochenende, ein Börsengang und Impulse von Seiten der Konjunktur werden erwartet. Eine wahre Flut makroökonomischer Daten und geldpolitischer Entscheidungen wird die Akteure am deutschen Aktienmarkt in ihren Bann schlagen. Händler rechnen allerdings mit weiterhin ausgesprochen niedrigen Volumina. Sie verweisen auf die anhaltend hohe Risikoaversion institutioneller Anleger sowie das mit dem Beginn der Ferien in Hessen einsetzende Sommerloch.

Wichtig wird vor allem der Mittwoch, wenn – kurz vor dem Fußballspiel in Basel – die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekanntgibt. Der Blick in die USA hatte schon in den vergangenen Tagen die Richtung am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Der dreifache Verfall am Terminmarkt sorgte zum Ausklang der Woche für starken Druck auf die Kurse, so dass der Dax mit rund 6 600 Punkten zum Wochenschluss gut zwei Prozent unter dem Niveau der Vorwoche lag und sich weiter von der Marke von 7 000 Punkten entfernte. „Was uns definitiv weiter fehlt, ist die Fantasie für einen Dax jenseits der 7 000 Punkte“, sagt LBBW-Aktienstratege Steffen Neumann.

Der hohe Ölpreis bleibt auch in der kommenden Woche im Fokus der Anleger. Der Preis bereite „immer mehr Unternehmen, insbesondere der Luftfahrt, Sorgen, auch wenn er zurzeit etwas rückläufig ist“, schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“ – und weiter: „Sollte sich die Preisreduzierung fortsetzen, dürfte es kurzfristig zu einem Aufatmen an den Aktienmärkten kommen.“ Bei einer günstigeren Entwicklung wäre es „jederzeit möglich, dass wir wieder Richtung 7 gehen“, meint auch LBBW-Experte Neumann.

Allerdings folgte der heftig schwankende Ölmarkt diesen Wünschen zuletzt nicht. Von dem von Saudi-Arabien initiierten Krisengipfel in Dschidda am Wochenende erwarten sich Experten wenig. Nicht einmal vier Stunden sind für den offiziellen Teil des Treffens der wichtigsten Ölförderländer und größten Ölverbraucher eingeplant – einschließlich der Rezitation von Suren des Korans.

Saudi-Arabien hat zwar höhere Fördermengen angekündigt, war in der Opec aber auf Widerspruch gestoßen. Sollte am Sonntag nicht eine überraschend hohe Fördermengenausweitung jenseits der von Saudi-Arabien avisierten beschlossen werden, dürfte der Ölpreis kurzfristig ein potenzieller Belastungsfaktor bleiben – vor allem für Aktien aus Branchen wie Auto und Logistik, heißt es bei der LBBW.

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