Konjunkturdaten im Blick
Dax-Ausblick: Die Luft ist raus

Vorsichtige Beobachter hatten das erwartet: Nach einem wochenlangen Anstieg der Kurse hat der Dax jetzt nachgegeben. Die Messlatte von 5 000 Punkten hing offenbar zu hoch. Beobachter warnen davor, das Ende der Krise zu postulieren. Anleger forschen daher nun wieder in den Konjunkturdaten - und erwarten einige in der kommenden Woche mit Spannung.

HB FRANKFURT. Marktbeobachter hatten in den zurückliegenden Wochen immer wieder Signale gefunden, die Licht am Ende des Tunnels signalisieren, eine Bodenbildung, Hoffnungsschimmer - oder wie auch immer man es nennen mag. Anleger nahmen diese Signale begierig auf und spekulierten auf eine konjunkturelle Erholung. Der Dax kletterte daraufhin seit seinen Jahrestiefstständen Anfang März um 31 Prozent nach oben. Es schien eine Frage der Zeit, bis er die psychologisch interessante Marke von 5 000 Punkten schafft. Doch dafür reichte der Optimismus nicht. In der abgelaufenen Woche hat der deutsche Leitindex eine Verschnaufpause eingelegt. Börsianer blicken am Freitag eher auf die 4 700er- denn auf die 5 000er-Linie.

"Nachdem diese Marke erstmal aus dem unmittelbaren Blickwinkel verschwunden ist, dürfte es nun eher um Bestandssicherung nach unten gehen", erwartet Investmentanalyst Marc-Gregor Czaja von der LBBW. Obwohl die Risikobereitschaft der Anleger wieder zugenommen habe, sei mit einer Konsolidierung am Aktienmarkt zu rechnen, heißt es bei der Commerzbank. Technische Analysten sehen einen Trendkanal durchbrochen, der von 4 750 Punkten bis zu einem Widerstand bei 5 150 Punkten reichte.

Offenbar waren die Investoren ein wenig zu optimistisch: Immer mehr Zweifler hatten nach Beobachtung von Arnim E. Kogge das Lager gewechselt; "diese Unbekümmertheit ist eher kritisch zu sehen", glaubt der Börsenexperte des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger und warnt: "Nach wie vor befinden wir uns in einer Rezession, die sich durchaus zu einer Stagnation entwickeln könnte." Somit würde ein Ausrufen des Endes der Krise sicherlich zu früh kommen. Kogge rechnet mit einer langen Talsohle und rät Investoren, Bestände zu halten und Neuengagements nur bei Rückschlägen zu wagen. Den Schwerpunkt sollten Anleger auf defensive Werte legen.

"Wir halten uns weiterhin zurück", sagt auch Peter Langerman von der Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Die "ernsthaften Probleme" an den globalen Finanzmärkten bestehen nach seiner Ansicht fort. Langerman weist darauf hin, dass die globalen Märkte immer noch weit unter ihren Niveaus von Ende 2007 stehen und die Stimmung der Anleger noch negativ sei. "Allerdings drückt diese negative Ansicht die Aktienkurse auf Niveaus, die Value-Anlegern wie uns in den meisten Sektoren attraktive Möglichkeiten bescheren" betont der Fondsexperte.

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