Liquidität drängt in den Markt
Dax-Ausblick: Schwung könnte nachlassen

Skeptiker sehen die Börse seit einiger Zeit reif für eine Konsolidierung. Doch der deutsche Leitindex klettert weiter. Kaum gibt der Index ein wenig nach, steigen sofort wieder Investoren ein. In der neuen Woche könnte der Höhenflug an Schwung verlieren, vermuten einige Marktbeobachter. Andere sehen noch Potenzial. Die Meinungen im Überblick.

HB FRANKFURT. Der September gilt statistisch als schwacher Börsenmonat. Nach einem dazu passenden Start ging es auf dem Aktienmarkt allerdings steil nach oben. In den vergangenen zwei Wochen knackte der Dax ein Jahreshoch nach dem anderen. Auf Quartalssicht verzeichnet der Leitindex sogar ein Plus von rund 18 Prozent, das ist - entgegen der September-Börsenweisheit - das beste dritte Vierteljahr seiner Geschichte.

Bleibt die Frage, ob und wann denn die befürchteten Rücksetzer kommen. Mit den Kursen steigt die Zuversicht der Anleger. Im "Bull/Bear-Index" haben jetzt die Optimisten am deutschen Aktienmarkt die Pessimisten überholt. Jeden Mittwoch befragen die Deutsche Börse und die Sentimentanalysten von Cognitrend rund 150 institutionelle Investoren, um diesen Index zu erheben. In der aktuellen Befragung stieg der Anteil der Anleger, die von steigenden Kursen ausgehen, um sechs Prozentpunkte auf 40 Prozent. Gleichzeitig verringerte sich das Bärenlager um sieben Prozentpunkte auf 39 Prozent. Mit einer Seitwärtsbewegung des Marktes rechnen 21 (Vorwoche 20) Prozent der Befragten.

Mit einem Absturz größeren Ausmaßes rechnet kaum ein Börsianer mehr. Auch Anlageexperten gehen davon aus, dass die Aktienmärkte auf jeden Fall den Tiefpunkt gesehen haben, auf den sie durch die Finanzmarktkrise gefallen waren. Nach einer aktuellen Umfrage des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) unter seinen Mitgliedern gehen die meisten davon aus, dass es keine weiteren drastischen Rückschläge an der Börse geben wird oder dass der Dax unter 4 400 Punkte fällt.

Doch wie viel Luft bleibt nach oben? Und hat die gute Stimmung nicht zu viel heiße Luft in die Märkte gepumpt? Bei solchen Fragen zeigt sich dann doch einige Zurückhaltung - auch bei den Anlageexperten. "Rund 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Finanzmärkte derzeit überhitzt sind", sagt Günter T. Schlösser, Vorstandsvorsitzender des des VuV. "In den vergangenen Monaten ist viel Kapital freigeworden, das nun bei dem sich abzeichnenden Aufschwung rasch investiert wurde. Ob die Fundamentalwerte die Kursgewinne in jedem Fall stützen, ist zweifelhaft."

Schlösser steht mit dieser Meinung nicht allein da. Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger glaubt sogar, dass die Unternehmensgewinne den Hoffnungen auf Dauer nicht standhalten werden. Deshalb sei mit einer Korrektur "in jedem Fall" zu rechnen, "die Frage bleibt natürlich, wann". "Wir merken, dass eigentlich eine Konsolidierung kommen sollte", sagt auch Commerzbank-Stratege Markus Wallner.

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