Meist mit Anlaufschwierigkeiten
Biodiesel im Börsenrausch

In der Biosprit-Branche grassiert das Börsenfieber. Investoren hoffen auf regen Aufwind, getragen unter anderem von der helfenden Hand der Politik. Ein Blick auf den aktuellen Kurszettel verrät jedoch: Die Neuemissionen haben zumindest Anlaufschwierigkeiten.

HB FRANKFURT. Nicht nur Crop-Energies, die Bioethanol-Tochter des Zuckerproduzenten Südzucker, drängt auf das Börsenparkett. Mit Verbio, BDI Biodiesel und Ecodasa wagen sich eine Reihe weiterer Unternehmen aus der Branche auf den Kapitalmarkt.

Dass die Biosprit-Branche nicht automatisch zum Selbstläufer an der Börse wird, musste der Bioethanolhersteller Crop-Energies erfahren. Am untersten Ende der Zeichnungsspanne bei acht Euro wurden die Aktien zugeteilt - der erste Kurs lag am Freitagmorgen mit 7,50 Euro sogar darunter. BDI Biodiesel ging es Anfang dieser Woche nicht viel besser: Die Aktien des Herstellers von Biodieselanlagen rutschen kurz nach ihrem Debüt unter den Ausgabekurs - bis zuletzt konnten die Titel das Niveau nicht wieder erreichen.

Dabei erscheinen die politischen Vorzeichen in Europa günstig für das Geschäft mit Biosprit. So sieht die Biotreibstoff-Richtlinie vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten den Anteil von Biokraftstoffen an fossilen Treibstoffen bis zum Jahr 2010 auf 5,75 Prozent steigern sollen. In Deutschland soll es vom kommenden Jahr an die Pflicht zur Beimischung von zunächst zwei Prozent geben. In Österreich und Schweden sind derartige Verpflichtungen (Quoten zwischen 2,5 und 5,75 Prozent) bereits eingeführt, in Großbritannien sind sie in der Planung.

Finanzexperten versehen die Erfolgsgeschichte des Biosprits jedoch mit einigen Fragezeichen. Während Biodiesel neben der Beimischung auch als reiner Kraftstoff einen Markt gefunden hat, zeichnet sich dies beim Bioethanol weniger ab - Biodiesel wird somit bessere Chancen eingeräumt. Doch das Setzen auf das richtige Produkt reicht nach Ansicht von Ingo Queiser, Analyst bei Kepler Equities, nicht aus. „Die Gretchenfrage wird in Kürze sein: Welcher Produzent hat die besten Lieferverträge mit den Mineralölkonzernen?“ Diese bräuchten verlässliche Partner in ihrer Nähe, um ihre Vorgaben einzuhalten und könnten somit Druck ausüben.

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