Neue Fonds und gute volkswirtschaftliche Daten sorgen für Kursaufschwung ungarischer Aktien
Börsenplatz Budapest weckt Interesse der Investoren

Aktien und Anleihen aus den künftigen EU-Staaten genießen bei deutschen Anlegern reges Interesse. Das hat zuletzt die äußerst positive Reaktion auf die Ausgabe einer ungarische Staatsanleihe im Wert von einer Milliarde Euro gezeigt.

BUDAPEST. Die Nachfrage nach Aktien etwa vom Börsenplatz Budapest kommt inzwischen nicht nur von den klassischen, auf Mittel- und Osteuropa spezialisierten Fonds im Westen. Auch Manager von Fonds, die auf die gesamte Eurozone ausgerichtet sind, nehmen verstärkt Werte aus Budapest sowie aus Warschau und Prag in ihr Portfolio auf.

Außerdem sind seit Mitte August Budapester Investmenthäuser wie Concorde Securities, das Buda-Cash Brokerhouse und die Inter-Europa Bank an den deutschen Xetra-Handel angeschlossen. Die Fonds, die von diesen Instituten aufgelegt wurden, sorgen für zusätzliche Nachfrage, weil sie im wesentlichen auf dem heimischen Aktienmarkt investieren. Diese Fonds erleben aber auch deshalb einen Aufschwung, weil sich wegen der Änderung der Spargewohnheiten der Bürger für sie neue Investitionsmöglichkeiten ergeben. So gewinnen in Ungarn wie in Polen und Tschechien private Pensionsfonds an Popularität.

Das Interesse für den Börsenplatz Budapest hängt nicht zuletzt mit den guten Betriebsergebnissen dort notierter Gesellschaften zusammen. So legte Ungarns größtes Kreditinstitut, die Spar- und Geschäftsbank OTP, Rekordzahlen für das erste Halbjahr 2003 vor. Der Kurs der OTP-Aktie ist seit Jahresbeginn um gut 20 % gestiegen. Anlegern aus dem Westen ist auch nicht entgangen, dass sich Börsengesellschaften wie der Öl- und Gaskonzern Mol zunehmend im Ausland engagieren. Nach der Übernahme der slowakischen Slovnaft und dem Einstieg bei der kroatischen INA gehört Mol jetzt auch zu den Bietern bei der Privatisierung der rumänischen Petrom.

Zusätzliches Vertrauen bei Investoren schaffen auch die gegenwärtigen guten makroökonomischen Daten. Die ungarische Volkswirtschaft ist weiterhin auf Wachstumskurs, auch wenn die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts mit knapp 3 % Ende 2003 nicht ganz den Ergebnissen der vergangenen Jahre entsprechend wird. Die ungarische Währung Forint bewegt sich seit Wochen stabil mit einem Kurs zwischen 253 und 255 zum Euro. Die linksliberale Regierung von Premier Peter Medgyessy hat sich außerdem eine Reduzierung des Defizits im Staatshaushalt zum Ziel gesetzt und will durch die Senkung der Körperschafts- und Einkommensteuer die Ertragsbedingungen der in- und ausländischen Unternehmen verbessern.

Der Budapester Aktienindex Bux hat in den letzten zwölf Monaten um 23 % zugelegt und bewegt sich inzwischen relativ stabil oberhalb der wichtigen Linie von 9000 Punkten. Allerdings ist nach dem Enthusiasmus im August, als der Bux auf 9300 Punkte kletterte, inzwischen verhaltener Optimismus bei den Analysten eingekehrt. Andor Daroczi von Concorde Securities und andere Analysten heben hervor, dass das relativ stabile gesamtwirtschaftliche Umfeld den Anlegern erlaube, bei ihren Investitionsentscheidungen vor allem die konkreten Betriebsergebnisse der Gesellschaften in Rechnung zu stellen.

So sind es gerade die unternehmerischen Gewinnperspektiven, die den verhaltenen Optimismus der Marktbeobachter für die kommenden Monate begründeten. Das gilt z.B. für die Analysten der Ersten Bank und der Raiffeisen Zentralbank in Wien, die Budapest und andere Märkte der Region aufmerksam beobachten.

Geplante Privatisierungen werden den Aktienmarkt zusätzlich beleben. Außerdem gibt es interessante Neuzugänge, wie der Börsenstart des Investmenthauses Forras im August beweist. Ohnehin sind es nicht nur die Blue Chips wie Mol, OTP, die ungarische Telekom Matav, sowie die Pharmawerte Richter und Egis, die das Börsengeschäft ausmachen, auch wenn auf sie 90 % der Kapitalisierung entfällt.

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