Nikkei-Index steigt um 2,3 Prozent
Tokioter Börse baut ihr Handelssystem aus

Nach dem vorzeitigen Handelsstopp vom Mittwoch wegen der Überlastung ihres Systems hat die Tokioter Börse einen zügigen Ausbau ihrer Handelskapazitäten in Aussicht gestellt. Bereits bis Monatsende soll die Kapazität von derzeit 4,5 Mill. ausgeführten Transaktionen auf fünf Mill. angehoben werden. Bis Ende 2006 strebt die Börse nach Angaben eines Sprechers eine Kapazität von sechs bis sieben Mill. Transaktionen an.

HB TOKIO. Am Mittwoch hatte die Tokioter Börse ihren Handel 20 Minuten vorzeitig beenden müssen. Ihre Warnung, dies wegen der hohen Zahl von Verkaufsaufträgen im Zuge von Vorwürfen der Kursmanipulation und Bilanzfälschung der Internetfirma Livedoor und schlechter US-Vorgaben hatte den Markt weiter in die Tiefe gezogen.

Wie nötig eine schnelle Aufstockung ist, zeigte trotz einer Beruhigung am Aktienmarkt der gestrige Tag: Zwar verlief der um eine halbe Stunde verkürzten Handel ohne vorzeitigen Handelsstopp – allerdings nur äußerst knapp. Mit fast 4 Millionen lag die Zahl der ausgeführten Transaktionen nur wenig unter der Höchstgrenze. Der japanische Wirtschaftsminister Kaoru Yosano, dem die Finanzaufsicht untersteht, fand harte Worte: „Die Tokioter Börse sollte wissen, dass eine Börse, die nicht fähig ist, den Handel durchzuführen, ihre Existenzberechtigung verlieren könnte“, sagte er.

Gestern erholte sich die Tokioter Börse merklich von zwei Tagen mit massiven Kursverlusten. Der Nikkei Index stieg um 2,3 Prozent auf rund 15 700 Punkte. Vor allem Technologie- und Internetwerte legten zu. Analysten rechnen jedoch in den kommenden Wochen mit einer Seitenbewegung der Kurse. Abzuwarten bleibt, wie der Markt für Neuemissionen auf den Skandal um das Internetunternehmen Livedoor und die beschränkte Handelbarkeit an der Tokioter Börse reagiert.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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