Nutzer der Deutschen Börse erhöhen den Druck
Börsenrat fordert niedrigere Gebühren

Die Nutzer der Deutschen Börse suchen die Machtprobe mit dem Vorstand des Frankfurter Konzerns. Nachdem der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Börse, Werner Seifert, seine Kunden in Gebührenfragen immer wieder abblitzen ließ, wollen sie nun ihren Einfluss verstärken und an der Neugestaltung aktiv mitarbeiten.

HB FRANKFURT/M. Es könne nicht sein, dass die Hedge-Fonds unter der Führung von TCI die Deutsche Börse zu Milliardenausschüttungen drängten, die Kreditinstitute und die Makler als Nutzer jedoch leer ausgingen, heißt es in Finanzkreisen. Die kritischen Nutzer der Deutschen Börse haben sich im ständigen Ausschuss des Börsenrats formiert. Ihm gehören neben dem Ausschussvorsitzenden Lutz Raettig, der zugleich Vorsitzender des Börsenrates der Frankfurter Wertpapierbörse ist, auch die Mitglieder Hermann-Josef Lamberti (Vorstand Deutsche Bank), Edgar Ernst (Vorstand Deutsche Post), Stefan Winter (Vorstand UBS), Norbert Bräuer (Vorstand Helaba) und Andre Carls (Vorstand Comdirect) an.

Der 25-köpfige Börsenrat ist das höchste Gremium der öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse, die von der Deutschen Börse AG betrieben wird. Er hat keinen direkten Einfluss auf die Betreibergesellschaft, erlässt aber die Börsen- und Gebührenordung. Der Ausschuss soll nun untersuchen, wie der Einfluss verstärkt werden kann, und Vorschläge für den Börsenrat vorbereiten.

Er macht damit in einer Zeit mobil, die von einem in Deutschland bislang einzigartigen Aufstand der Börsenaktionäre geprägt ist. Fondsinvestoren verhinderten im Frühjahr die von Seifert angestrebte Übernahme der Londoner Börse LSE und zwangen ihn sowie Teile des Aufsichtsrates zum Rücktritt. Danach übernahm Interimschef Mathias Hlubek die Führung der Börse. Er verhinderte, dass der Deutschen Börse Spitzenleute wegliefen.

Insbesondere drückt die Nutzer der Schuh bei den Gebühren. „Hier hat sich die Deutsche Börse bisher zu wenig bewegt“, betont ein Mitglied des ständigen Ausschusses. Bereits im Frühjahr hatte Börsenprofessor Wolfgang Gerke mit Blick auf hohe Reserven der Frankfurter betont, dass die Börse durch eine Senkung der Transaktionsgebühren ihre Wettbewerbsposition stärken sollte. Lautstarke Kritik ist auch aus London zu hören, wo der Chairman der London Investment Banking Association, Alan Yarrow, jetzt wieder niedrigere Gebühren gefordert hat.

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