Postbank kommt ebenfalls in Frage
Neuer Dreikampf um HVB-Nachfolge im Dax

Die Immobiliengesellschaft Hypo Real Estate ist nach wie vor kein formaler Eintauschkandiat in den Dax. Das zeigt die Rangliste der Deutsche Börse AG per Ende September, die Grundlage für mögliche Veränderungen in den Indizes ist.

HB FRANKFURT. Hypo Real Estate verfehlt mit Platz 37 in der Liquidität die Voraussetzung, dass ein Kandidat sowohl in der Liquidität als auch in der Marktkapitalisierung unter den ersten 35 Titeln in der Rangliste zu finden sein muss. In der Marktkapitalisierung steht Hypo Real Estate auf Platz 24.

Im Rennen um die Nachfolge für die Hypo-Vereinsbank kommen damit der Pharma- und Chemiekonzern Merck, der Sportartikelhersteller Puma und die Postbank in Frage. Merck hat sich in der Kapitalisierung um einen Platz verschlechtert auf Platz 30, ist in der Liquidität aber um 2 Plätze aufgestiegen auf Platz 33. Puma hat in beiden Kriterien einen Platz abgegeben auf 33 in der Kapitalisierung und 27 in der Liquidität. Die Postbank, die als neuer Kandidat gehandelt wird, steht in beiden Kriterien auf Platz 35.

Wer letztlich das Rennen um die Nachfolge der Hypo-Vereinsbank (HVB) im Deutschen Aktienindex (Dax) macht, hängt nach Ansicht von Experten davon ab, wie lange es dauert, bis die Übernahme durch die italienische Großbank Unicredito juristisch abgeschlossen ist. Bis dahin trifft die Deutsche Börse keine Entscheidung. Anschließend kann sie innerhalb von drei Handelstagen den Wechsel vornehmen.

Die Aufnahme in den Dax käme für alle drei Unternehmen einem Ritterschlag gleich. Denn die betreffende Aktie würde plötzlich für einen sehr viel breiteren Investorenkreis interessant. Gerade die Manager so genannter passiv gemanagter Fonds, die den Dax in seiner gesamten Zusammensetzung und Gewichtung nachbilden, müssten diese Aktie in großem Stil zukaufen. Speziell für den Dax gibt es sehr viele dieser für den Anleger preisgünstigen Fonds.

"Ich schließe im Moment aus, dass es in diesem Jahr noch zu einem Wechsel im Dax kommt, und erwarte ihn in der ersten Jahreshälfte 2006", sagte Christian Stocker von der Hypo-Vereinsbank dem Handelsblatt Anfang August. Selbst wenn Unicredito 90 Prozent der HVB-Aktien besäße, so seine Argumentation, würden nach aktuellem Stand die verbleibenden zehn Prozent an frei handelbaren Aktien ausreichen, um die Notierung im Dax zu behaupten. Anschließend würde die Aktie in den MDax aufgenommen, ehe bei einem Anteil von weniger als fünf Prozent an frei handelbaren Aktien die restlichen Aktionäre im Rahmen eines so genannten "Squeeze-Outs" herausgedrängt werden könnten.

Als Paradebeispiel für die Langatmigkeit solcher Fälle gilt die Übernahme von T-Online durch die Deutsche Telekom. Die wurde bereits Ende letzten Jahres angekündigt, doch noch immer befinden sich knapp zehn Prozent der T-Online-Aktien im freien Handel. So ist die Aktie weiter im TecDax vertreten.

Für die beiden Dax-Kandidaten, die letztlich auf der Strecke bleiben, gibt es jedoch voraussichtlich schon kurz darauf die nächste Chance auf den Aufstieg. Der Bad Homburger Pharma- und Chemie-Konzern Altana hat am Mittwoch die Aufspaltung beider Teile angekündigt. Die Dax-Mitgliedschaft von Altana könnte damit nach Meinung der Commerzbank-Experten zumindest "in die Diskussion" geraten.

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