Razzien in Norddeutschland
BKA lässt mutmaßliche Aktienbetrüger auffliegen

Eine Bande von mutmaßlichen Börzenabzockern soll deutsche Aktien-Investoren um Millionensummen betrogen haben. Zu der international organisierte Tätergruppe gehören auch vier deutsche Verdächtige, wie die Staatsanwaltschaft Lübeck und das Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilten.

HB LÜBECK. Die Verdächtigen sollen wertlose Firmen an an den ungeregelten Markt der Deutschen Börse gebracht und die Kurse durch Pressemitteilungen, Börsenbriefe und fingierten Aktienhandel in die Höhe getrieben haben. Als dann gutgläubige Investoren ebenfalls in diese Aktien investierten, ließen die Verdächtigen die Kurse einbrechen, um so Gewinne von mehreren Millionen Euro zu erzielen. Die mutmaßlichen Betrüger sollen auch an einer Aktienbörse in den USA tätig gewesen sein, wie auch in der Schweiz.

Gegen die mutmaßlichen Täter wird wegen Verdacht des Betruges und des Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz (Kursmanipulation) ermittelt. Den Angaben zufolge wurden am Mittwoch 20 Wohnungen und Büros in der Schweiz und vor allem in Norddeutschland durchsucht. Das BKA teilte am Donnerstag mit, die Ermittlungen richteten sich gegen eine international organisierte Tätergruppe, in der es vier deutsche Tatverdächtige gebe.

Nach Informationen der Wirtschaftswoche handelt es sich dabei unter anderem um den Investor Torsten Prochnow und das Schweizer Unternehmen 3D Capital.

Die involvierten Unternehmen kämen vorwiegend aus der Trend- und Modebranche sowie dem Rohstoff- und Telekommunikationssektor. Die Durchsuchungen seien am Mittwoch in enger Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), den Landeskriminalämtern Kiel und Hamburg sowie der Schweizer Kriminalpolizei vorgenommenen worden. Es sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden.

Im Verlauf der Durchsuchungsmaßnahmen habe die US-Börsenaufsicht SEC eine Handelsaussetzung am OTC Bulletin Board veranlasst. Darüber hinaus wurde bei mehreren sogenannten Market Makern in den USA eine unangemeldete Buchprüfung veranlasst.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck lehnte weitere Angaben über die Verdächtigen und über den Namen der Firmen ab. "Es kann durchaus sein, dass die Investoren den Betrug noch nicht bemerkt haben", sagte eine Behördensprecherin Wenke Alm. Wer sich als Investor betroffen sieht, soll sich laut Alm an das BKA wenden.

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