Regionalbörsen
Widerstand gegen Feiertagshandel wächst

Die Regionalbörsen starten einen neuerlichen Versuch, auch die Handelszeiten zu kürzen. Die obersten Führungsgremien der Börsen Stuttgart und Düsseldorf haben beschlossen, ab 2007 das Parkett an Christi Himmelfahrt, am Pfingstmontag und am Tag der deutschen Einheit nicht mehr zu öffnen.

ben FRANKFURT. Die Deutsche Börse gerät zunehmend unter Druck von Regionalbörsen und Banken, den Feiertagshandel einzustellen. Die obersten Führungsgremien der Börsen Stuttgart und Düsseldorf haben beschlossen, ab 2007 das Parkett an Christi Himmelfahrt, am Pfingstmontag und am Tag der deutschen Einheit wegen der geringen Umsätze und hohen Kosten nicht mehr zu öffnen. Die Bedingung: Alle Börsen, also auch der Marktführer in Frankfurt, sollen sich dem anschließen. Bislang bleibt der Marktführer Deutsche Börse jedoch hart und will an den bisherigen Regelungen festhalten. Sie bietet damit an nicht europaweiten Feiertagen ausländischen Anlegern die Chance, in Deutschland zu handeln.

Seit Jahren laufen vor allem in Deutschland die kleineren Banken und die Regionalbörsen Sturm gegen den Feiertagshandel. Die Börse Düsseldorf fordert auch, den Handel auf dem Parkett wieder parallel mit dem elektronischen Geschäft um 17.30 Uhr und nicht mehr um 20 Uhr enden zu lassen. Die Verlängerung der Parkettzeiten und der Feiertagshandel waren in den Zeiten der Interneteuphorie eingeführt worden, um Kleinanlegern besseren Zugang zum Markt zu gewähren. Mittlerweile sind die Umsätze jedoch so gering, dass sich nach Meinung vieler Banker die Kosten nicht lohnen. „Wir unterstützen diese Initiative ausdrücklich", sagte der Sprecher einer Großbank. Ein Sprecher des Bankenverbandes ZKA sagte: „Wir halten es für geboten, darüber nachzudenken.“

Solange der Handel zu den kritisierten Zeiten für die Deutsche Börse profitabel ist und die großen internationalen Wettbewerber, also vor allem die Pariser Euronext und die Londoner LSE, dann geöffnet haben, rechnet niemand mit einem Stimmungswandel bei dem Frankfurter Konzern. Für den Börsenbetreiber sind die laufenden Kosten wegen der Elektronisierung des Geschäftes gering, so dass sich auch geringere Umsätze bereits lohnen. Außerdem ist es sinnvoll, den Aktienmarkt offen zu haben, wenn gleichzeitig die völlig globalisierten Derivatebörsen, darunter die eigene Tochter Eurex, handeln. Viele Anleger sichern Geschäft in dem einen Markt an dem anderen ab und benötigen daher parallele Öffnungszeiten.

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