Schwellenländer sind engagiert
Die Zahl der Terminbörsen steigt ständig

Das nur ungenügend verfügbare Instrumentarium zur Absicherung von Preisrisiken bei Rohstoffen in Deutschland geht nicht mit den Ansprüchen eines modernen Industrielandes konform. In vielen Emerging–Markets ist das anders.

HB FRANKFURT/M. In zahlreichen Schwellenländern wurden in jüngster Zeit neue Terminbörsen mit einem vielfältigen Instrumentarium zur Spekulation auf der einen Seite und zur Absicherung von Preisrisiken auf der anderen Seite. Die Schwellenländer kommen mit der Eröffnung neuer Terminbörsen vor allem den Bedürfnissen der Produzenten entgegen. In den Industrieländern machen solche Börsen vor allem für die verarbeitende Industrie sowie für die Verbraucherseite Sinn.

Thailand hat am vergangenen Freitag seine erste Rohstoffbörse – The Agricultural Futures Exchange of Thailand – eröffnet. An der Börse werden anfänglich lediglich Futureskontrakte auf Naturkautschuk gehandelt. „Wir sind der größte Kautschukproduzent und -exporteur in der Welt“, begründete Börsenpräsident Punsak Vejanurug die Entscheidung zur Gründung dieses vollelektronischen Marktplatzes. In Thailand werden jährlich 2,4 Mill. t Naturkautschuk produziert.

Auch der Wirtschaft Pakistans soll in den kommenden Wochen mit der Gründung der ersten Rohstoffbörse ein Instrumentarium zur Risikosicherung an die Hand gegeben werden. Die National Commodity Exchange in Karachi will im Monat Juli mit dem Handel von Baumwollgarn, Weizen und Reis sowie Gold beginnen.

Mit der Gründung der offiziellen Börse wolle man jene Gelder anziehen, die heute an den weitgehend unorganisierten und unkontrollierten Freiverkehrsmärkten des Landes eingesetzt werden. Börsenchef Assim Jang hegt große Erwartungen vor allem an das Goldgeschäft. „Die Menschen wissen den Wert von Gold als eine Art Ersatzwährung sehr wohl zu schätzen“, sagt Jang. Pakistan importiert jedes Jahr zwischen 30 und 40 t Gold.

Darüber hinaus wurde zuletzt bekannt, dass Chinas Zhengzhou Commodity Exchange in nächster Zeit mit dem Handel von Baumwoll-Futureskontrakten beginnen will.

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