Signale in beide Richtungen
Dax-Ausblick: Spannende Woche steht bevor

Der deutsche Aktienmarkt wird nach Einschätzung von Börsianern auch in der kommenden Woche auf der Stelle treten. Zwar werden weiter gute Unternehmensnachrichten in der laufenden Berichtssaison erwartet. Vor allem die Angst vor steigenden Zinsen und der immer stärker werdende Euro dürften aber an der Börse auf die Stimmung drücken.

HB FRANKFURT. „In der nächsten Woche gibt es mehr Risiken nach unten als Chancen nach oben“, sagt Aktienstratege Günter Senftleben von der Bankgesellschaft Berlin. Von Höhenflügen, wie sie der Dax teilweise im April erlebt hat, ist nach Ansicht der Experten auch in der zweiten Maiwoche nichts zu sehen, zumal der Wonnemonat traditionell ohnehin nicht als guter Börsenmonat gilt. Seitdem der Dax Anfang April endlich die 6 000er-Marke durchbrochen hat, schwankt der Index volatil um diesen Wert. Seit Anfang Mai steht der Dax leicht unter Druck. Zu Beginn der ablaufenden Woche sackte er kurzzeitig auf 5 962 Zähler ab, erholte sich bis Freitag aber wieder auf gut 6 070 Punkte. „Die 6 000er-Marke sollten wir auch halten können“, prognostiziert Roland Ziegler von der BHF-Bank.

„Wir sehen die zunehmende Volatilität als Hinweis, dass die stärksten Dax-Kurstreiber an Schwung verloren haben“, sagt Andreas Hürkamp, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Er verweist auf die erstmals wieder rückläufigen Erwartungen, die der Ifo-Index zutage förderte. Zudem habe der US-Dollar zuletzt deutlich an Wert verloren. Und die „in 2005 recht ‚zahme’ EZB hat mittlerweile die Rhetorik deutlich verschärft“. Als weitere Ursache verweist der Aktienstratege auf die geplante Mehrwertsteuererhöhung. Damit trete „ein Faktor zunehmend ins Blickfeld, der das Sentiment nach und nach belasten könnte“. Fazit der LRP-Marktbeobachter: „Da die ‚internen Kräfte’ am deutschen Aktienmarkt nachgelassen haben, bleiben wir bei unserer These, dass der nächste nachhaltige Schub für den Dax aus den USA kommen muss.“

Viele technische Analysten sehen im Dax aber immer noch keine Ausbruchssignale. Die erwartete, volatile Seitwärtsbewegung halte weiter an, sagen auch sie. Jeder Kurs zwischen 5 900 und 6 100 Punkten sei als „Volatilität“ zu betrachten und nicht signalwürdig. Ein Ausbruch über 6 100 Punkte würde jedoch schnell auf die nächste Widerstandsmarke bei 6280 Punkte treiben. „Rein charttechnisch wäre eine Korrektur von ca. 15 Prozent jederzeit möglich“, meinen indes die Experten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer „Marktmeinung aus Stuttgart“.

Noch keine massiven Wendesignale

Die jüngste Korrektur von gut 6 100 auf rund 5 960 sei ohne Verletzung wichtiger Trendunterstützungen auf Tages- oder Wochenbasis erfolgt, betont Analyst Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP), „aber das internationale Umfeld zwingt bisher nicht zum hektischen Einstieg“. Er sieht die wichtigen Marken im Chart ab Montag bei gut 5 970, knapp 6 190 und bei 6 225. „Ein echtes Warnsignal entstünde allerdings erst bei einem Close unter 5 860“, so der Analyst.

Auch vom allgemeinen Stimmungsbild gehen derzeit noch keine massiven Wendesignale aus. Die Sentimentanalyse des Daytradebrokers ClickOptions zeigt jedenfalls, dass kurzfristig nicht mit großen Kursverlusten zu rechnen ist, die Anleger im Mai zu einer Abkehr von der Börse veranlassen könnten. Matthieu Driol, der als technischer Analyst für ClickOptions tätig ist, teilt diese Einschätzung, mahnt aber gleichzeitig zur Vorsicht: "Das Scheitern beim Überschreiten der Widerstandslinie bei 6 110 Punkten zwingt uns zu einer kurzfristig reservierteren Meinung."

Seite 1:

Dax-Ausblick: Spannende Woche steht bevor

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%