Sorgen um US-Konjunktur
Dax-Ausblick: Der Himmel verdüstert sich

Das neue Jahr beginnt gleich mit einem Donnerschlag, der auch die Börsen erschüttert: Erstmals hat der Ölpreis die Marke von 100 Dollar pro Barrel erreicht. Dann noch schlechte Konjunkturnachrichten aus den USA - und schon rauschen die Börsen abwärts. Alles keine guten Vorzeichen für die kommende Woche.

HB FRANKFURT. Der Ölpreis-Anstieg setzte vor allem Auto- und Luftfahrt-Werte unter Druck. Mit dem Ölpreis kehrt auch das Thema Inflation wieder auf die Tagesordnung. Das dämpft die Erwartungen, die US -Notenbank könnte die Leitzinsen weiter senken. Damit rückt die US-Konjunktur in den Blick. Aktuelle Zahlen vom Arbeitsmarkt wie auch der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe lassen hier nichts Gutes ahnen.

Die Zahl der Beschäftigten stieg in den USA lediglich um 18 000, während 50 000 bis 70 000 erwartet worden waren. Das ist das schlechteste Ergebnis seit August 2003. Zudem wurden die Inflationsrisiken durch den anhaltend robusten Anstieg der Stundenlöhne um 0,4 Prozent, der damit ebenfalls höher als prognostiziert ausfiel, nochmals unterstrichen. Das Stagflationsszenario, das von Pessimisten seit geraumer Zeit beschworen wird, ist damit zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden.

Und da sind sie fast alle wieder - die Themen, die auch im abgelaufenen Jahr den Optimismus der Börsianer dämpften. Fehlt nur noch die Subprime-Krise. Auch hier geben Beobachter noch keine Entwarnung. Keine guten Vorgaben für die kommende Börsenwoche. Für viele Marktteilnehmer dürfte das neue Jahr am Montag erst richtig beginnen - zahlreiche Investoren werden dann aus den Weihnachtsferien zurückkehren.

Angesichts der düsteren Vorzeichen hat sich der Aktienmarkt bisher recht gut gehalten. Ausflüge über die Marke von 8 000 Punkten haben sich zwar regelmäßig als kurzlebig erwiesen, doch angesichts der Katastrophenszenarien, die sich mit einem Ölpreis über 100 Dollar und einem Euro über 1,40 Dollar verbinden, zeigen die Märkte immer noch eine eindrucksvolle Stabilität.

Neben der vielfach zitierten günstigen Bewertung dürfte der Hauptgrund hierfür in der Zinswende seit Ausbruch der US-Immobilienkrise liegen. Von einer Erhöhung der Leitzinsen in der Eurozone ist mittlerweile keine Rede mehr; sogar eine Senkung in diesem Jahr wird nicht mehr ausgeschlossen, sollte die Konjunktur zur Schwäche neigen. Was die US -Notenbank angeht, so gelten weitere Zinssenkungen als ausgemachte Sache. Damit könnte nach Ansicht mancher Beobachter den Märkten selbst im Fall einer US-Rezession jedoch das Schlimmste erspart bleiben.

Vorübergehende stärkere Rücksetzer sind damit freilich nicht ausgeschlossen. Allein die Zurückhaltung potenzieller Käufer, die extrem verunsichert sind und zunächst ein klareres Bild der weiteren Entwicklung erhalten wollen, könnte bereits für fallende Kurse sorgen. Nach dem erneuten Scheitern des Marktes an der Marke von 8 000 Punkten dürften Anleger vor einem erneuten Einstieg auf niedrigere Kurse warten.

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