Sparkassen-Umfrage
Deutschen fehlt das Geld zum Sparen

Die Deutschen setzen in unsicheren Zeiten auf Sparbuch, Bausparverträge und Festgeld. Eine Umfrage der Sparkassen zeigt aber auch, dass immer mehr Bundesbürger um ihre Altersvorsorge fürchten, weil das Geld knapp ist.
  • 0

HB BERLIN. Nach der Finanzkrise setzen die Anleger auf Sicherheit - aber immer mehr Deutsche haben nichts zum Sparen übrig. Das ergab eine Umfrage der Sparkassen. Demnach haben Sparbuch, Bausparvertrag und Festgeld in der Anlegergunst deutlich zugelegt. elf Prozent der Befragten meinen aber, dass sie keine Rücklagen für das Alter bilden können - fünf Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Ein ähnliches Ergebnis ergab auch eine Umfrage unter europäischen Verbrauchern. 58 Prozent von ihnen leben in der Annahme, zu wenig Geld zurückzulegen, 60 Prozent glauben, nicht genug für die eigene Altersversorgung zu tun, 15 Prozent haben noch keinerlei Vorsorge für die Zeit nach der Pensionierung getroffen, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Janus Capital.

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, warnte vor wachsender Altersarmut und forderte, den Sparerfreibetrag auf 1600 Euro zu verdoppeln. Der Betrag gibt die Grenze an, bis zu der Zinseinkünfte steuerfrei sind. Die Bundesbürger haben laut Sparkassen im vergangenen Jahr 11,2 Prozent ihres Einkommens gespart und damit so viel wie seit 1993 nicht. Die Sparsumme lag bei 178,5 Milliarden Euro - eine Rekordmarke, mir der die Sparkassen auch in diesem Jahr rechnen.

Insgesamt seien die Deutschen optimistischer, was das Geld angeht. 48 Prozent (+2 Punkte) bewerten ihre Lage als gut oder sehr gut, 12 Prozent (-2 Punkte) bezeichneten sie als eher schlecht oder schlecht. "Erstaunlich, dass die Verbraucherstimmung nicht eingeknickt ist", sagte Haasis. Er sieht die Ursache in den Konjunkturprogrammen und der Ausdehnung der Kurzarbeit. Viele Mittelständler lebten jedoch von der Substanz, fügte Haasis hinzu.

"Wir brauchen spätestens im Frühjahr einen deutlichen Aufschwung." 62 Prozent der Deutschen haben nach der Umfrage Geld auf Sparbüchern und in anderen Spareinlagen angelegt, 60 Prozent in Lebens- und Rentenversicherungen. "Sicherheit ist mit ganz großem Abstand das wichtigste Anlageziel überhaupt", sagte Haasis. 75 Prozent der Befragten hätten dies angegeben - 11 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Der Verband ließ für sein sogenanntes Vermögensbarometer im Juni und Juli dieses Jahres gut 2000 repräsentativ ausgewählte Bürger telefonisch befragen.

Kommentare zu " Sparkassen-Umfrage: Deutschen fehlt das Geld zum Sparen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%