Technik-Panne
An der Wall Street spielen die Kurse verrückt

Ein weiteres Mal sorgt die Technik für massive Probleme an der New Yorker Börse. Gleich mehrere Aktien wurden vom Handel ausgesetzt. Händler sprachen von "bizarren" Zuständen. Es sei drunter und drüber gegangen.
  • 5

New YorkErneut haben technische Probleme an der New Yorker Aktienbörse die Anleger aufgeschreckt und Fragen zur Zuverlässigkeit der Systeme aufgeworfen. Über viele Minuten hinweg gab es am Mittwoch an der New York Stock Exchange (Nyse) extrem hohe Umsätze und heftige Preisschwankungen bei zahlreichen Aktien. Der normale Handel war zeitweise gestört, eine Handvoll Papiere wurden ausgesetzt. Insgesamt könnten knapp 150 Titel betroffen sein. "Es war bizarr", sagte Stephen Massocca vom Handelshaus Wedbush Morgan. "Es ging drunter und drüber." Die Ursache war zunächst unklar, dann aber räumte der Finanzdienstleister Knight Capital Probleme bei seinen computergestützten Systemen ein. Knight-Aktien verloren daraufhin ein Viertel an Wert.

Damit stehen nun zum vierten Mal technische Probleme an den Börsen im Blickpunkt: Im Mai hatte es gravierende Pannen im Handelssystem der Nasdaq beim Börsengang von Facebook gegeben. Das hatte den beteiligten Firmen Millionen-Verluste eingebrockt. Die Nasdaq streitet derzeit mit ihnen über den Schadenersatz. Der Börsengang der drittgrößten US-Börse BATS Global Markets Ende März endete mit einem kompletten Fiasko, als die Aktien auf dem Handelssystem der BATS binnen Minuten von 16 Dollar auf unter einen Cent rauschten.

Ursache war eine neue Software. BATS machte die irrtümlichen Handelsgeschäfte des Tages rückgängig - und seinen eigenen Börsengang gleich dazu. Schon davor hatte es Kritik gegeben an den immer schnelleren Börsengeschäften über Computersysteme. Die Tücken dieses sogenannten Hochfrequenz-Handels (HFT) gelten auch als Ursache des "Flash Crash" an der Wall Street, als sich im Mai 2010 durch einen blitzartigen Kurseinbruch aus heiterem Himmel binnen Minuten fast eine Billion Dollar Marktwert in Luft auflöste.

Der Börsianer Massocca sagte, der Vorfall bei der Nyse am Mittwoch habe den gesamten normalen Handel in Mitleidenschaft gezogen. Die aktuellen Konjunkturdaten gingen in dem Trubel beinahe unter. Die Börse selbst erklärte, sie prüfe den Handel mit den Aktien von 148 gelisteten Firmen in den ersten 45 Handelsminuten. Auch Knight Capital erklärte, etwa 150 Titel seien betroffen. Knight gehört zu den größten sogenannten Market Makern an der Wall Street. Diese stehen zum Kauf und Verkauf von Aktien zu den auf der Kurstafel genannten Preisen bereit und sichern damit die Liquidität des Marktes.

Der heftige Handel führte am Mittwoch zur Handelsaussetzung der fünf Werte Corelogic, China Cord Blood, Kronos Worlwide, Trinity Industries und Molycorp. Bei Molycorp etwa wechselten in den ersten 45 Handelsminuten mehr als 5,7 Millionen Aktien den Besitzer - üblich ist bei dem Wert ein Umsatz am gesamten Tag von 2,65 Millionen.

Die großen Indizes Dow Jones und Nasdaq selbst waren davon wenig betroffen und notierten wenig verändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Technik-Panne: An der Wall Street spielen die Kurse verrückt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ja, der Facebook Hype ist vorbei. Man kann den Facebooksturz mit der Entwicklung des €uros vergleichen, jetzt fehlt nur noch der Zwang FB beizutreten und Zynga unter den FB-Rettungsschirm zu stellen, dann steigt der Hype wieder kurz um möglichst viele vollpfosten zum Aktienkauf zu animieren um wenig später die verblendete Masse mit Verlust im Regen stehen zu lassen. Die Hintermänner teilen sich die fette Beute, wie es einst mit der Telekomaktie und vielen anderen auch der Fall gewesen ist. Vielleicht begreifen die Kleinanleger irgendwann mal, das die Finanz-Mafia ganz legal organisiert der Masse ganz legal die Kohle aus der Tasche zieht. Das Spiel an der Börse ist nichts anderes als ein undurchschaubares und perfektes Schneballsystem mit dem die Masse immer und immerwieder erleichtert wird. Für das Drogenkartell natürlich auch eine feine Sache das schmutzige Geld blütenrein zu bekommen. Wer schön brav ist bekommt dann von einer Bank ein virtuellen Kredit, der weiterhin durch Zinsen mehr virtuelles Geld schafft... doch arbeiten müssen wird stets der geprellte sein.

    Allen ein schönes, reales und erholsames Wochenende!

  • Das alles ist mit Merkel gesegnet!

    Erinnern wir uns: Die "Euro"-Krise
    begann als Merkel anfing zig Milliarden
    deutschen Geldes in amerikanische
    Immobilienblasen zu versenken.

    Das war wohl nur der Testlauf der "Ethnos"
    für noch viel Grösseres.

    Das kam dann auch in Form von
    "Rettungsschirmen", was eine Umschreibung
    für Geldtransfers in Billionenhöhe auf
    die Banken der "Ethnos" wie Goldmann&Sachs
    darstellt.

    Erst danach begann man von einer "Euro"-Krise
    zu sprechen und alles abzusaufen!

    Merkel und Seehofer, der ihr ihre Taten mit
    seiner CSU-Koalition erst ermöglicht, werden
    als die "berühmtesten" Personen in die
    Geschichte eingehen, die nicht nur Deutschland,
    sondern ganz Europa und indirekt auch die USA
    ruiniert haben.

    Und das alles gründet auf die Religion, dass
    die "Ethnos" immer recht haben, man ihnen
    hirnlos Trillionen opfern muss und dafür ganze
    Völker und Kontinente verrecken lässt!

  • Das zum Thema "Aktien sind Sachwerte"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%