Übernahmekampf
Schering-Aktionäre sollten abwarten

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanlager (SdK) rät Schering-Aktionären im laufenden Übernahmekampf zum Abwarten.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. "Man sollte man sich zurücklegen und das Ganze weiter beobachten", sagte SdK-Sprecher Markus Straub am Dienstag. Das sei auch die Empfehlung an die Schering-Aktionäre nach dem Bayer-Angebot gewesen.

Dass Merck jetzt so große Positionen mit Schering-Aktien aufbaue zu deutlich höheren Kursen, stehe nicht im Einklang mit den Aussagen des Unternehmens von vor wenigen Wochen. Straub rechnet nicht mit einem Bieterkampf zwischen Bayer und Merck. Merck könne Bayer die Übernahme genauso vermiesen wie umgekehrt. Am sinnvollsten sei die Theorie, dass Merck nun eine Verhandlungsposition aufbaue, um dann einzelne Teile von Schering zu bekommen, sagte der SdK-Sprecher. Möglich sei aber auch, dass Merck vorrangig einen höheren Preis erzielen wolle. Hier bestehe für Merck jedoch das Risiko, dass Bayer die Übernahme absage.

Dieses Risiko habe auch jeder Schering-Aktionär. Dennoch geht Straub nicht davon aus, dass Merck die Übernahme durch Schering unter allen Umständen blockieren will. Dafür habe Merck bereits zu viel investiert. Merck wolle wohl am Ende nicht auf einem Haufen viel zu teurer Aktien sitzen bleiben. Er rät daher den Schering-Aktionären, weiter die Situation zu beobachten. "Ich sehe im Moment keinen Handlungsbedarf", sagte Straub.

Jeder Aktionär, der seine Aktien weiter halte, müsse sich aber auch des Risikos bewusst sein. Die Chance, dass es jetzt noch einmal mit dem Schering - Preis deutlich nach oben gehen werde, sei auf diesem hohen Niveau nicht mehr gegeben.

Straub geht nicht davon aus, dass Bayer ohne Kauf der Merck-Beteiligung an Schering die 75% bis zum Ende der Annahmefrist am Mittwoch erreichen kann. Vielleicht laufe es noch auf eine Einigung hinaus, meinte der SdK-Vertreter.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) verweist darauf, dass für riskoscheue Anleger ein Verkauf der Aktien über die Börse in Frage kommt. Damit sei ein beträchtlicher Gewinn zu sichern, wenn die Aktien vor dem übernahmebedingten Anstieg erworben wurden. Das Risiko beim Halten der Aktien sei, dass bei einem Scheitern der Übernahme durch Bayer die Schering-Aktien wohl deutlich fallen würde, denn Analysten sehen den fairen Wert des Berliner Konzerns unter dem derzeit von Bayer gebotenen Preis.

Die Motive von Merck seien derzeit schwer einzuschätzen, sagte Kurz. Er rechne damit, dass es bereits Gespräche zwischen Bayer und Merck über eine Abgabe von Teilen von Schering gebe. Auch wenn Bayer das Erreichen der Schwelle von 75% noch gelingen sollte, sei der Konzern mit einem Großaktionär Merck an Bord in keiner guten Lage.

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