Unabhängigkeit der Aktienexperten
Analysten sind Diener zu vieler Herren

PremiumInvestoren beklagen schon länger die fehlende Unabhängigkeit der Analysten. Eine neue EU-Richtlinie will Abhilfe schaffen. Diese bringt zwar Nebenwirkungen mit sich, hat aber auch einen reinigenden Effekt. Eine Analyse.

Der Boom brachte die Probleme ans Licht. Als sich um die Jahrtausendwende die große Technologieblase zuerst aufblähte und dann mit lautem Knall platzte, standen die Aktienanalysten der großen Banken zum ersten Mal als Buhmänner da. Weil sich mit Börsengängen damals in so kurzer Zeit so unverschämt viel Geld verdienen ließ, lobten sie Aktien in den Himmel, die sie eigentlich für Rohrkrepierer hielten. Mit ihren unlauteren Lobeshymnen wollten die Analysten ihren Arbeitgebern, den Banken, so viele lukrative Mandate wie möglich verschaffen. Das krasseste Beispiel für diese Art von Interessenkonflikt lieferte damals Staranalyst Henry Blodget, der von der US-Wertpapieraufsicht SEC nicht nur...

 
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