Unternehmen hat Hälfte des Grundkapitals aufgebraucht
Bafin vermutet Marktmanipulation bei Nascacell

Die Finanzaufsicht hat bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation der Aktie von Nascacell Technologies AG gestellt. Seit dem Börsenlistings im Jahr 2006 fiel die Aktie des Münchener Biotech-Unternehmens Nascacell ungebremst. In dem Fall spielen auch Akteure der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) eine Rolle.

Die Finanzaufsicht Bafin hat bei der Staatsanwalt München nach Informationen des Handelsblatts Anzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation der Nascacell-Aktie erstattet. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Münchener Biotechnologiekonzern, der 2006 an die Börse ging und dessen Aktienkurs seitdem ungebremst von acht Euro am Tag der Erstnotiz auf zuletzt 19 Cent abstürzte. Die Staatsanwaltschaft München bestätigte den Eingang der Strafanzeige, lehnte aber eine Stellungnahme über den Ermittlungsstand und Beschuldigte ab.

Der Verdacht bezieht sich auf Marktmanipulationen im Zuge des Börsengangs 2006 und offensive Empfehlungen durch Börsenbriefe und Anlegermagazine. Bereits am 23. Juli hatte das "Handelsblatt" über ein Münchener Netzwerk berichtet, in dem Aktionärsschützer, Börsenbriefautoren und Analysten in riskante Aktiengeschäfte und Empfehlungen verwickelt sind.

Pikant: In dem Fall Nascacell spielen auch ehemalige und aktuelle Akteure der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) eine Rolle. Der ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der SdK, Markus Straub, war bereits vorbörslich über seine Sajama Capital GmbH an Nascacell beteiligt. Auch Christoph Öfele, Sprecher der SdK, war ab dem Jahr 2000 an der Nascacell beteiligt und fungierte zeitweise als Aufsichtsrat. Aktueller Aufsichtsratschef der Nascacell ist der ehemalige SdK-Sprecher Wolfgang Weilermann.

Anfang Juni musste die Nascacell AG eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, da sie die Hälfte des Grundkapitals aufgebraucht hatte. Im Zuge dieser Hauptversammlung am vergangenen Dienstag thematisierten Aktionäre auch Vorgänge im Vorfeld des Listings der Aktie durch die VEM Aktienbank sowie die Verquickung des Unternehmens mit Akteuren der SdK. Fragwürdig ist insbesondere die Verschmelzung der Vorgängergesellschaft NascaCell IP GmbH mit der jetzigen Nascacell AG im Jahr 2006. Das Unternehmen hat den Firmenwert der Vorgängergesellschaft außerplanmäßig voll abgeschrieben. Ohne neues Kapital geht Nascacell nach eigenen Angaben Anfang 2009 das Geld aus. Das Unternehmen prüft daher eine Liquidation.

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