US-Daten im Fokus
Dax-Ausblick: Der Blick geht nach Westen

Eine beachtliche Performance hat der Dax nach seinem Absturz vor wenigen Wochen gezeigt. Wie es weitergeht, hängt nun nach Ansicht vieler Experten von Nachrichten aus den USA ab. Die wichtigste Wirtschaftsmacht erweist sich wieder einmal auch als Schrittmacher der Aktienmärkte.

HB FRANKFURT. Wenn sich die Anleger nach den Ostertagen wieder der Börse zuwenden, werden sie mit Spannung gen Westen blicken. Im Fokus stehen die Zinspolitik der US-Notenbank und der Beginn der Berichtssaison zum ersten Quartal, die am Dienstag traditionell der Aluminiumkonzern Alcoa eröffnen wird. In der zweiten Wochenhälfte gewährt dann der Mischkonzern General Electric (GE) den Investoren Einblick in seine Bücher. „General Electric wird gleich in zweifacher Hinsicht eine wichtige Indikation geben“, ist sich Aktienstratege Achim Matzke von der Commerzbank sicher: „Der Konzern ist so breit aufgestellt, dass man fasst schon sagen kann, GE ist die Konjunktur in den USA. Insofern werden wir etwas über den Zustand der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt erfahren. Und zum zweiten darüber, ob die zuletzt zu beobachtende Abschwächung der Wachstumsdynamik nun auch auf die Ebene der Unternehmen durchschlägt.“

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Dabei könnte sich eine Trendwende andeuten: Die großen US-Konzerne konnten in den vergangenen dreizehn Quartalen stets beachtliche Ergebniszuwächse vorweisen. „Diese Zeit dürfte langsam vorbei gehen, aber da dies an den Märkten erwartet wird, ist das Enttäuschungspotenzial eher gering“, sagt Matzke. Das sieht auch Tobias Basse von der NordLB so: „Die Frage ist nicht, ob das passiert, sondern eigentlich nur wann“, meint der Aktienexperte.

Aus Basses Sicht dürften jedoch weniger die Unternehmen, sondern eher die Notenbanken der Triade, also in den USA, der Euro-Zone und Japan, in den Tagen nach Ostern den Ton angeben. Zwar rechnet er nicht damit, dass die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank (EZB) kurzfristig ihre Geldpolitik weiter straffen werden. Bei beiden Zentralbanken stehen nach Ostern Zinsentscheidungen auf dem Terminplan. „Die spannende Frage wird sein, wie die US-Notenbank sich positioniert und ob sie einen Ausweg aus dem Dilemma einer nachlassenden Dynamik der Wirtschaft bei gleichzeitig weiter steigenden Preisen zeigt.“

Die Notenbank (Fed) legt Mitte der Woche das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung vor – ein spannendes Dokument für alle Experten, die sich Aufschlüsse über die weitere Geldpolitik in den Vereinigten Staaten erhoffen. Basse gibt jedoch wenigstens zum Teil Entwarnung: „Da es innerhalb der Fed zwei Lager gibt, die unterschiedlichen geldpolitischen Fraktionen angehören, wird sich Fed-Chef Ben Bernanke wohl nicht abschließend festlegen wollen, wie es mit den Zinsen weitergeht.“

Einen Einfluss auf die Aktienmärkte könnte auch der US-Arbeitsmarktbericht für März haben. Er wird bereits am Karfreitag vor Ostern veröffentlicht. Die Aktienmärkte können darauf erst in der kommenden Woche reagieren, lediglich der Rentenhandel in den USA ist kurzzeitig geöffnet. Sollte es zu größeren Abweichungen – in welche Richtung auch immer – von den Prognosen kommen, könnte der Markt am Dienstag auch mit einem größeren Sprung eröffnen, meinen einige Händler.

Andere rechnen nicht damit: Der als Vorläufer für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Mittwoch veröffentlichte ADP-Report habe innerhalb der bisherigen Markterwartungen gelegen, ebenso der wöchentliche Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag. Zudem wiesen die beiden wichtigsten Industrie-Indikatoren der USA eine Abschwächung auf: Sowohl der ISM-Index für das Verabeitende Gewerbe als auch sein Bruder für den Service-Bereich fielen schwächer als erwartet aus.

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