Vorschau auf die US-Börsenwoche
Fed-Sitzung wirft Schatten auf die Wall Street

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) Ende Juni dürfte in der kommenden Woche an der Wall Street ihre Schatten voraus werfen. Da wenige andere Impulse abzusehen sind, dürfte die Furcht vor einer zu straffen Geldpolitik erneut das beherrschende Thema sein.

HB NEW YORK. Sie könnte den Hoffnungen auf eine Fortsetzung der jüngsten Erholung schnell ein Ende bereiten. Präsident der Fed von St. Louis, William Poole, hatte am Freitag erneut vor einem erhöhten Inflationsdruck gewarnt und damit bei Anlegern die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen angefacht.

Dagegen hatte sich Fed-Chef Ben Bernanke am Donnerstag überraschend milde zum jüngsten Inflationsanstieg geäußert. "Einen Großteil der kurzfristigen Zinsangst hat der Markt schon eingepreist, aber wenn wir weitere Besorgnis über Inflation sehen, könnte dies der Auslöser für weitere Verluste sein", sagte Barry Hyman von EKN Financial Services in New York.

Am Finanzmarkt gilt es als sicher, dass die US-Notenbank am 29. Juni ihren Leitzins noch einmal um 25 Basispunkte auf dann 5,25 Prozent erhöht. Die Analysten sind sich jedoch völlig uneins darüber, ob die Währungshüter danach die Zügel weiter straffen werden und wenn ja, wie stark. Die Zinsfutures signalisieren mittlerweile eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im August.

Der Dow-Jones-Index schloss am Freitag praktisch unverändert bei 11 014 Zählern und verbuchte damit im Wochenvergleich einen Anstieg um 1,13 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500-Index landete mit einem Minus von 0,37 Prozent bei 1 251 Punkten und damit fast genau auf dem Niveau der Vorwoche. Die US-Technologiebörse Nasdaq verlor am Freitag 0,66 Prozent auf 2 130 Punkte - im Wochenvergleich ebenfalls nur ein minimaler Verlust.

In der kommenden Woche ist nur eine einzige Rede eines Fed-Vertreters absehbar, und zwar die von Atlanta-Fed-Präsident Jack Guynn am Montag. Auch der Kalender für die Konjunkturdaten fällt in dieser Woche ungewöhnlich dünn aus. Zudem werden mit Oracle, FedEx und Morgan Stanley nur wenige schwergewichtige Firmen ihre Ergebnisse bekannt geben. Oracle-Aktien waren bereits am Freitag um fast vier Prozent gestiegen, nachdem der weltgrößte Hersteller von Datenbank-Software am Donnerstag einen höheren Gewinn für das vierte Quartal in Aussicht gestellt hatte.

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