Wall-Street-Ausblick
US-Anleger fürchten schlechte Daten

Düstere Konjunkturdaten und Unternehmensausblicke werden die US-Börsen in der kommenden Woche wohl weiter belasten. Die Zahlen zum Einzelhandelsumsatz könnten sich als weitere Hiobsbotschaft für die Anleger herausstellen. Spannend wird, ob sich Kongress und Regierung auf Hilfen für die schwer angeschlagenen US-Autobauer einigen werden.

HB NEW YORK. Bereits am Montag könnten im Kongress die Beratungen darüber beginnen, ob und wie den "Großen Drei" GM, Ford und Chrysler geholfen werden soll. Nach Angaben von zwei ranghohen Kongressmitarbeitern haben sich der scheidende US-Präsident George W. Bush und der Kongress bereits auf staatliche Hilfen von 15 bis 17 Mrd. Dollar geeinigt. Damit würde zwar das Überleben der führenden Autobauer bis ins nächste Jahr gesichert, das Paket wäre jedoch nur etwa halb so groß wie von den Konzernen erhofft. Den Börsen dürften die Hilfen Analysten zufolge aber ohnehin keinen nachhaltigen Auftrieb geben. "Letztendlich wird es wahrscheinlich irgendein Paket geben", sagte Doug Roberts von Channel Capital Research. Die Hilfen seien aber lediglich ein Pflaster auf die Wunde.

Wenig Optimismus dürften auch die in den kommenden Tagen anstehenden Konjunkturdaten verbreiten. So wird das Arbeitsministerium am Donnerstag wohl verkünden, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe die vierte Woche in Folge über der Marke von 500 000 geblieben ist. Für schlechte Stimmung dürften zum Ende der Woche auch neue Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen sorgen: Es wird erwartet, dass sie im November bereits den fünften Monat in Folge gesunken sind. Dies wäre der längste ununterbrochene Rückgang in Folge seit Beginn der Datenaufzeichnungen durch die Regierung im Jahr 1992. Es sei klar, dass die Wirtschaft mindestens in den kommenden Monaten sehr schwach bleiben werde, sagte Eric Kuby von North Star Investment Management. "Die Nachrichten werden weiterhin schlecht sein und jeder weiß das."

In der vergangenen Woche hatten wegen der schwachen Nachfrage bereits zahlreiche Unternehmen ihre Ausblicke heruntergeschraubt und Stellenstreichungen angekündigt. Analysten glauben, dass die Hiobsbotschaften auch in der kommenden Woche nicht abreißen werden. "Wir werden noch von mehr (Unternehmen) hören, dass es schlechter als erwartet läuft oder dass sie ihre Prognosen nicht mehr halten können", sagte Kuby.

Am Freitag hatten die US-Börsen beflügelt von einem Rückgang des Ölpreises zwar fester geschlossen. Im Wochenverlauf gaben die wichtigsten Indizes jedoch deutlich nach. So fiel der Dow-Jones-Indesx 2,2 Prozent, der S&P-500 verlor 2,3 Prozent und der Nasdaq-Index sank 1,7 Prozent. Wenige Wochen vor Jahresende hat der Dow in 2008 bislang bereits 34,9 Prozent nachgegeben, der S&P-500 40,3 Prozent und der Nasdaq 43 Prozent.

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