Wall-Street-Ausblick
Wall Street blickt auf Stresstests und Grippevirus

Dem zweimonatigen Aufschwung an der Wall Street droht die Luft auszugehen, denn zahlreiche Stolpersteine markieren den Weg der US-Börsen in der kommenden Woche: Die Schweinegrippe hält die Anleger ebenso in Atem wie das Ergebnis der Dem Stresstests der US-Regierung. Auch auf die Aussagen von Notenbankchef Ben Bernanke zur Lage der US-Wirtschaft Bernanke, Grippevirus warten US-Anleger gespannt.

HB NEW YORK. Die US-Regierung unterzieht derzeit 19 Großbanken einem Stresstest. Dabei wird faktisch geprüft, wie deren Bilanzen aussehen würden, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nochmals verschlechtern. Ursprünglich war die Bekanntgabe für Montag geplant. Kreisen zufolge sollen die Institute nun aber erst am Dienstag informiert werden, die Öffentlichkeit zwei Tage später. Börsianer werteten die Verschiebung der Ergebnisse als schlechtes Zeichen.

Die Anleger bereiteten sich darauf vor, dass ihnen ein großes Problem aufgeladen werde, sagte David Dietze, Präsident von PointView Financial Services. Sein Kollege John Praveen von Prudential International Investments Advisers sagte: "Viele Informationen sind bereits durchgesickert, zum Beispiel das alle Institute den Test bestehen. Zugleich werden aber einige der großen Banken - insbesondere die Citigroup und die Bank of America - aufgefordert, sich frisches Kapital zu besorgen. Droht den Aktionären eine weitere Verwässerung ihres Aktienkapitals?" Er fügte hinzu: "Über dem Markt schweben in den kommenden Wochen eine Reihe von Risiken. Diese könnten zu einer Art Ausverkauf bei Finanztiteln und auf dem Gesamtmarkt führen."

Die kommende Woche dürfte die Anleger jedenfalls in Atem halten. Am Dienstag wird sich Bernanke vor dem Kongress zur US-Wirtschaft äußern. Bei den Konjunkturdaten dürften die Marktteilnehmer vor allem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Freitag im Blick haben. Auf der Unternehmensseite stehen unter anderem die Zahlen von Walt Disney, Sprint, Kraft Foods und Cisco Systems im Blickpunkt der Anleger. Am Donnerstag werden zudem mehrere große Einzelhändler ihre monatlichen Umsatzzahlen bekanntgeben.

Einige Analysten halten eine Verschnaufpause für sinnvoll, damit Gewinne konsolidiert werden können. "Ich würde sagen, wir haben den Gipfel erreicht. Der Markt sieht sehr überbewertet aus", sagte Carl Birkelbach von Birkelbach Investment Securities. "Meiner Meinung nach wäre eine Korrektur an diesem Punkt sogar gesund." Andere zitierten das alte New Yorker Börsen-Sprichwort: "Sell in May and go away!"

Am Freitag hatte der Dow-Jones-Index 0,8 Prozent höher bei 8281 Punkten geschlossen. Auch der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,8 Prozent auf 850 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,2 Prozent auf 1529 Stellen. Für den Wochenverlauf ergab sich ein Minus von 5,6 Prozent beim Dow, von 5,9 Prozent beim S&P und von drei Prozent beim Nasdaq-Index. In Frankfurt hatte sich der Dax am Freitag von seiner siebentägigen Verlustserie erholt und war 0,7 Prozent fester bei 4366 Punkten ins Wochenende gegangen.

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