Warten auf OPEC-Treffen
Dax weiter im Bann des Ölpreises

FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Bann des Rohölpreises wird der deutsche AktienindexDAX Börsenexperten zufolge auch in der kommenden Woche keine großen Sprüngewagen. Kaum etwas wird die Aufmerksamkeit der Investoren so stark fesseln wiedas Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Donnerstag.

"Die Handelswoche beginnt am Pfingstmontag mit einem Feiertag und es stehenkaum Unternehmensdaten an. Das wird wohl eine ruhige Woche", sagte AktienhändlerOliver Opgen-Rhein von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Da am Montag die US-Börsenwegen eines Feiertages geschlossen bleiben, fehlen dem deutschen Marktkurstreibende Impulse aus den USA. Erst im Wochenverlauf dürfte eine "Flut vonUS-Konjunkturdaten" das Interesse der Investoren wecken.

Die OPEC-Länder treffen sich am 3. Juni in Beirut, um über einen VorschlagSaudi-Arabien über eine Produktionserhöhung von mehr als zwei Millionen Barrelabzustimmen. Während Saudi-Arabien auf eine starke OPEC-Quotenerhöhung dringtund seine eigene Förderung im Alleingang kräftig erhöhen will, sind andereOPEC-Mitglieder wie Venezuela und Nigeria eher zurückhaltend. "Angesichts derweltweiten Rekordnachfrage nach Erdölprodukten und des Preishochs, stehen dieelf Mitgliedstaaten unter massivem politischem Druck", sagte ChristianSchmidt, Aktienmarktstratege bei der Helaba.

Die Industrieländer dringen auf eine kräftige Produktionsaufstockung derOPEC, damit überzogene Ölpreise sich nicht als Bremse für die Weltkonjunkturauswirken. Einige Ölmarktfachleute halten einen Rückgang der Rohölpreise auf 35Dollar bis 38 Dollar je Barrel für denkbar, falls die OPEC tatsächlich dieFörderquote stark anheben sollte. In der vergangenen Woche schwankte der Preiszwischen 35,95 bis 38,20 Dollar je Barrel.

An der Frankfurter Börse könnten zudem Neuigkeiten über den Börsengang derPostbank für Aufsehen sorgen. Die Bewertung der Deutschen Post-Tochter kurz vor ihrem deren Börsengang war bereits Ende der vergangenen Woche sehen indie Schlagzeilen geraten. "Die Bewertung der Erstemission wird in jedem Fallspannend", sagte ein Händler. Einem Pressebericht zufolge schätzt die DeutscheBank den Marktwert der Postbank in einem internen Bank-Papier auf lediglich 4,4bis 5,3 Milliarden Euro. Analysten verschiedener Banken hatten diePostbank dagegen auf rund 6 Milliarden Euro geschätzt. Die Post will diePreisspanne am 6. Juni bekannt geben, der Börsengang ist für den 21. Junigeplant. Die Postbank-Aktie soll Berichten zufolge voraussichtlich mindestens 35Euro kosten.

Nach Veröffentlichung von Eckdaten zur Quartalsbilanz der Münchener Rück wird der weltgrößte Rückversicherer am Donnerstag die endgültigenZahlen des ersten Quartals vorlegen. Das Unternehmen stellte seinen Aktionärenfür 2004 bereits einen Rekordgewinn in Aussicht. "Die Ergebniswende isteingeleitet. Wir sind bereits gut unterwegs, aber es bleibt auch noch viel zutun", sagte der neue Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. Bei der erwartetenKonsolidierung in der Bankenlandschaft zeigt sich das Unternehmen weiterabwartend, will aber bei möglichen Veränderungen mit am Tisch sitzen.

Für die Anleger der Deutsche Bank steht die Hauptversammlung aufdem Terminkalender. Neuigkeiten werden indes nicht erwartet./sf/mw/zb

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