Weitere Quartalsberichte im Blick
Dax-Ausblick: Euro und Ölpreis belasten

Börsianer blicken derzeit vor allem auf die Unternehmen. Viele Quartalsberichte stehen noch an. Bislang sah die Berichtssaison eher durchwachsen aus. Und jetzt lasten auch noch der hohe Ölpreis und der starke Euro auf der Wirtschaft. Keine guten Voraussetzungen für einen nachhaltigen Sprung über die Marke von 8 000 Punkten.

HB FRANKFURT. Aktienstrategen trauen dem Dax jedenfalls nicht viel mehr zu. Unter den Anlegern herrscht hingegen keine einheitliche Meinung, wie sich zumindest aus der aktuellen Sentimentanalyse von Clickoptions ergibt. 18 Prozent der Dax-Anleger bei dem Daytradebroker setzten in dieser Woche auf schnell sinkende Kurse – doch mit 20 Prozent ist der Anteil derer, die auf kurze Sicht mit starken Kurssteigerungen rechnen, fast genau so groß. “Ein einheitliches Stimmungsbild lässt sich momentan aus dem Verhalten der Dax-Anleger nur schwer ablesen”, sagt Clickoptions-Sprecher Richard Ohl.

Auch aus der technischen Analyse lässt sich derzeit kein klarer Trend ableiten. “Wenn der Leitindex die Unterstützunglinie von 7 920 Punkten hinter sich lassen kann, ist der Weg für weitere Kurssteigerungen zwar frei”, erklärt Matthieu Driol, der als unabhängiger Analyst für Clickoptions tätig ist. Das kurzfristige Kursziel des Dax gibt er für diesen Fall mit 8 110 Punkten an. Bei einem Verharren unterhalb der Unterstützungslinie geht Driol aber von einer Konsolidierung des Leitindex aus.

Die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger sehen bei den Aktienindizes ein „noch unverändertes Bild“: „Der Dax tut sich sehr schwer, nachhaltig die 8 000-Punkte-Marke zu überschreiten, und fällt nun eher in Richtung seiner Unterstützungslinie von 7 800 Punkten.“

„Trotz stabilisierenden Konjunkturaussichten insbesondere in Deutschland kann davon ausgegangen werden, dass die Kreditkrise noch nicht vorbei ist“, schreiben sie außerdem in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“. „Profiteur aus dieser Situation“ sei „wieder einmal das Gold“. Der Goldpreis scheine wie auch der Ölpreis in der Kursentwicklung „nur den Weg nach oben zu kennen“.

Die Stuttgarter sehen allerdings „ein robustes, weltweites Wachstum insbesondere in den Schwellenländern“ und werten dies – trotz der Turbulenzen – als positiv. „Die Stabilität ändert aber nichts daran, dass die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in den nächsten sechs Monaten abgesenkt werden muss“, schränken sie ein. Dies gelte insbesondere für die USA.

Im Wochenverlauf waren Aktionäre einem Dauerfeuer von Warnungen aus dem Konjunkturbereich ausgesetzt: Unter anderem ließ das Finanzministerium verlauten, der Euro könne den Export dämpfen. Der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Rato, sieht nun Abwärtsrisiken die globale Konjunktur dominieren und senkte im „Weltwirtschaftsausblick“ die Prognose für das Wachstum 2008 auf 4,8 von 5,2 Prozent. Von der US-Notenbank kamen im Beige Book Warnsignale für die US-Konjunktur.

Das Euro-Hoch von 1,43 US-Dollar und der Ölpreis an der 90-Dollar-Marke lässt Anleger auch wieder das Inflationsgespenst fürchten. Einige Beobachter weisen allerdings darauf hin, dass Inflation ein normales Phänomen der Wirtschaftserholung ist. Noch 2003 wurde noch über Deflation als Angstgegner gesprochen. Seitdem erholt sich die Lage. Die Auslastung der Unternehmen ist gestiegen und steht nun an der kritischen Erweiterungsschwelle. Viele Firmen, vor allem im Rohstoff- und Maschinenbaubereich, arbeiten schon jenseits der normalen Produktionsauslastung.

Und wenn die Produktion dem Bedarf nicht gerecht wird, steigen die Preise. Inflation und Zinsanstieg seien normal für den „zweiten Teil“ einer gesunden Konjunkturrally, heißt es. Die einzig relevante Frage für Börsianer sei, ob die Unternehmen ihre Gewinne schneller steigern können, als die Zinsen steigen.

Seite 1:

Dax-Ausblick: Euro und Ölpreis belasten

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%