Weltgrößter Vermögensverwalter
Blackrock warnt vor Überregulierung

Der Skandal um den Zinssatz Libor sorgte für Erschütterung. Aufsichtsbehörden arbeiten nun an Alternativen für den Libor. Blackrock warnt in der Diskussion vor einer lähmenden Regulierung der Indizes.
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London/FrankfurtDer weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat vor einer Überregulierung der Marktindizes im Gefolge des Skandals um den Londoner Interbankensatz Libor gewarnt.

Die meisten Indizes basierten auf Transaktionsdaten und würden mit zusätzlichen Kosten belastet, wenn sie einer Regulierung unterlägen, erklärten Richard Prager und Stephen Fisher, Managing Directors bei BlackRock, in einer Antwort auf Vorschläge der Internationalen Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden (IOSCO) zur Änderung weltweiter Benchmarks.

„BlackRock beurteilt eine weitreichende Aufsichtsregelung für Marktindizes besonders zurückhaltend, weil dies wahrscheinlich zu merklichen Zusatzkkosten für Indexanbieter führen würde”, schrieben Prager und Fisher in einem Brief vom 16. Mai, der am Montag von IOSCO veröffentlicht wurde. 8Die Kosten würden schlussendlich auf den Endkunden überwälzt und untergrüben die Haupt-Vorteile der kostengünstigen Indexfonds. Gleichzeitig stellten sie Eintrittsbarrieren für neue Marktteilnehmer dar.“

Weltweit arbeiten die Aufsichtsbehörden an Alternativen zum Libor, nachdem britische und US-Behörden Manipulationsversuche bei dem Benchmarksatz aufdeckten. Royal Bank of Scotland, UBS und Barclays sind mit Geldstrafen von insgesamt rund 2,5 Milliarden Dollar belegt worden, gegen mindestens ein Dutzend Firmen laufen noch Ermittlungen.

IOSCO hat auf die Konsultationsanfrage mehr als 40 Antworten erhalten. Der Verband, der die Aufsichtsbehörden in mehr als 100 Ländern bei der Koordinierung der Vorschriften vertritt, wird endgültige Standards im Laufe des Jahres veröffentlichen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Das ist doch wirklich nicht kompliziert und es würde die Sache vereinfachen. Herr Draghi in Person teilt den Medien den Index mit und die Medien publizieren ihn im Sinne der Gewaltenteilung. ;-)

    Nichts anderes ist es doch heute auch schon.

    Die niedrigen Zinsniveaus sind nicht Ausdruck irgendwelcher Händlermanipulationen sondern direkte Folge der EZB-Aktivitäten.

    Man muss sich nur vorstellen, dass de EZB es geschafft hat, Pleitestaaten Nullzinsen abzuverlangen während ehrliche und zahlungskräftige Bürger 10 und 15 % Zinsen abverlangt werden.

    Jeder muss doch zugeben, dass hier gewaltiges aus dem Ruder gelaufen ist und läuft.

  • "Blackrock warnt vor Überregulierung"

    ..wie überraschend...

    "Mafia warnt vor Razzia" wäre eine ähnlich sinnnige Titelzeile

    wie wäre es gewesen mit

    "Blackrock wehrt sich gegen Kontrolle"


  • Welch Gesülze, die "Finanz-Cosa Nostra der Neuzeit" schickt der Politik einen Pferdkopf.
    Weder King Obama noch EU wird zukünftig derartige Machtstrukturen einfangen.

    Entweder wir bändigen diese Derivatenjongleure oder wir erleben unser Lebensdesaster. Von der "Wahlmampfmannschaft um Kanzlerin Merkel/Opposition" kommt eher kein ernster Beitrag.
    Dies sind mit sich und kleingeistigen Verdauungsblähungen beschäftigt.

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