Weltuntergang
Schlechte Zeiten für Schwarzseher

Aktiencrash, Euro-Ende, Hyperinflation – in den vergangenen Jahren gab es einen Boom von Untergangsszenarien. Doch die Erfolgsquote ist bescheiden. Ein echter Crashprophet lässt sich davon aber nicht beirren.
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DüsseldorfAls Untergangsprophet lässt es sich prima leben. Man hat immer Recht. Die nächste Krise kommt bestimmt. Irgendwann. Unangenehm wird es nur dann, wenn sich die Vorhersagen allzu weit und für alle offensichtlich von der Realität entfernen. Wenn man etwa den Börsencrash vorhersagt, die Aktienkurse anschließend aber auf Rekordhoch steigen, hat man ein Problem. So wie gerade jetzt.

In den vergangenen Jahre gab es einen wahren Boom von Untergangsszenarien. Von alledem hat sich – bis jetzt – nichts bewahrheitet. Die spektakulärsten Vorhersagen im Einzelnen:

Die Börse bricht ein

An den Aktienmärkten droht ein schwerer Crash – und zwar innerhalb der kommenden zwölf Monate. Das hat Marc Faber in einem Interview im April gesagt. Aber das Datum ist gar nicht so wichtig. Denn genauso könnte man eine Aussage aus dem vergangenen Jahr oder dem vorletzten Jahr oder irgendeinem Jahr zitieren. Faber, auch bekannt als Dr. Doom, ist der ungekrönte König der Untergangspropheten. Seine Fangemeinde liebt die apokalyptischen Prognosen, die Faber über seinen Newsletter (Boom, Gloom & Doom Report) verbreitet. In seiner Laufbahn hat der Investor schon unzählige Krisen vorhergesagt. Böse Zungen behaupten, er habe fünf der letzten drei Börsencrashs prophezeit.

Der letzte große Einbruch, verursacht durch die Lehman-Pleite, war im Jahr 2009. Im Herbst 2011 gab es dann nochmals eine Delle. Aber im Grunde geht es an den Börsen seit Jahren fast nur aufwärts. Der Dax hat sich seit der Finanzkrise beinahe verdreifacht – fast bis auf 10.000 Punkte (allerdings inklusive der Dividenden). Die US-Börsen notieren ebenfalls auf Höchstständen. Für mutige Anleger war also einiges zu holen. Wer den Warnungen von Faber und anderen in den vergangenen Jahren gefolgt ist, dürfte dagegen einiges verpasst haben. Klar: Mit jedem Punkt, den die Börsen weiter zulegen, wird die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur größer. Inzwischen sind die Aktienmärkte zumindest nicht mehr günstig bewertet. Irgendwann wird Faber dann auch wieder Recht haben.

Der Euro wird auseinanderbrechen

„Europa ist Ground Zero“, erklärte der prominente US-Ökonom Kenneth Rogoff auf dem Höhepunkt der Euro-Krise. Und sein Kollege Nouriel Roubini ergänzte: „Europa ist wie ein Auto, das auf eine Mauer zurast.“ Eine Vielzahl von Skeptikern war sich sicher, dass die Währungsunion auseinanderbrechen würde.

Tatsächlich hätte wohl nicht viel gefehlt. Hochverschuldete Staaten wie Griechenland, Portugal und Irland bekamen keinen Kredit mehr am Kapitalmarkt. Spanien und Italien drohte dasselbe Schicksal. Früher hätten sich die Länder über eine Abwertung der eigenen Währung sanieren können – mit dem Euro ging das nicht. Der Einzige, der das Gebilde zusammenhielt, war Mario Draghi. Der Chef der EZB überzeugte die Finanzmärkte, dass die Zentralbank im Notfall mit unendlich viel Geld aushelfen würde. Als Draghi im Sommer 2012 erklärte, er werde alles tun, um den Euro zu erhalten, glaubten ihm die Investoren – und kehrten zurück nach Europa. Das war sogar so erfolgreich, dass der Euro in der Folge immer stärker zulegen konnte. Inzwischen ist das Problem eher, dass der Euro im Vergleich zum Dollar zu stark geworden ist.

Rogoff, der an der Harvard-Universität in Cambridge lehrt, ist zwischendurch selbst in Erklärungsnot geraten. Seine Studien hatten der Rechtfertigung einer rigorosen Sparpolitik in Europa gedient. Nur leider kam heraus: Rogoff hatte sich beim den Zusammenhang von Wachstum und Schulden verrechnet. Ein Student deckte den Fehler auf.

Kommentare zu " Weltuntergang: Schlechte Zeiten für Schwarzseher"

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  • Selten so einen schlechten Artikel gelesen. Wer den DAX mit der Wirtschaft verwechselt, dem ist nicht mehr zu helfen. Von den ca 40 Mio Erwerbstätigen sind gerade mal 3 bis 4 % "im Dax" beschäftigt. Ob der DAX nun bei 10.000 oder 5.000 steht, ist für die allermeisten Berufstätigen und Rentner egal, denn sie haben keine Aktien. Viele haben nichts manche nur eine Paar Tausend Euro als Rücklagen. Sie müssen mit immer weniger Geld (kein Weihnachtsgeld & Urlaubsgeld, Aufstocker, Amazon und DHL Sklaven etc) immer teurer Produkte kaufen, von der Miete dort wo Arbeit ist, mal ganz zu schweigen. Aber hey, ein Computer und 'n Fernseher sind viel billiger.

    Ich bitte um Entschuldigung im Namen aller "Untergangspropheten", denn sie können es nun Mal nicht exakt vorhersehen wann die Zentralbänker an ihren Schrauben drehen. Letztere sind diesbezüglich deutlich zuverlässiger. Das muss man ihnen zugestehen. Auch die "Fürsorge" mit der sie heute Aktien vorschlagen, um den Armen endlich mal aus der Patsche zu helfen.

    LIBOR Fix, Gold Fix, "what ever it takes" und Leerverkäufe sind marktkonforme Phänomene im Dienste der Gesellschaft. Ja, ist klar. Niemand hatte die Absicht eine Mauer zu errichten, auf das 1000-jährige Reich warten wohl heute noch einige „Optimisten“. Vorwärts immer, Rückwärts nimmer!

  • "Schlechte Zeiten für Schwarzseher"

    Ja, seitdem die GEZ je Wohnung fällig ist.

  • Deshalb Shell B die ist in GB notiert und zahlt die Dividende in USD.

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