Wenig Unternehmensdaten
Dax-Ausblick: Heiter bis stürmisch

In der kommenden Woche stehen kaum Unternehmensnachrichten an. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften sich daher weiterhin zurückhalten, vermuten Branchenexperten. Sie gehen aber von einer positiven Grundstimmung aus – solange nicht internationale Entwicklungen querschlagen, sei es im Iran oder der Ölregion Karibik.

HB FRANKFURT. „Der September gilt ja traditionell als schlechter Börsenmonat, aber eigentlich gibt es ganz gute Vorzeichen für den Markt“, sagt Aktienstratege Ralf Grönemeyer von der Commerzbank. So erwarteten Unternehmen jüngsten Umfragen zufolge weiter steigende Gewinne. Außerdem würden die politischen Bemühungen um die Steuerreform und um das für Deutschland neue Kapitalmarktprodukt Reits vorangetrieben, erklärt er. In der zu Ende gehenden Woche legte der Leitindex Dax bei mageren Umsätzen gut ein Prozent zu auf 5 880 Punkte. Für die kommende Woche prognostiziert Grönemeyer Kurse „deutlich über 5 900 Punkten“. Vor allem die Finanztitel sollten kurzfristig profitieren.

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Ein Unsicherheitsfaktor bleibt Experten zufolge der Atomstreit des Westens mit dem Iran. „Im Moment herrscht ja der Eindruck, dass der Iran weiter mit dem Säbel rasselt und die internationale Gemeinschaft sich nicht einig ist, wie man weiter vorgehen soll“, sagt Aktienstratege Michael Köhler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Die erwartete dünne Nachrichtenlage könne auch dazu führen, dass selbst dem Wetterbericht für die Karibik besondere Aufmerksamkeit gezollt werde. „Sollten sich Stürme aufbrauen, die wichtige Ölstandorte bedrohen, könnten Rückversicherer verstärkt in den Fokus der Anleger rücken und unter Abgabedruck geraten“, sagt Köhler.

In der kommenden Woche stehen wenige unternehmensrelevante Ereignisse auf der Agenda: Am Montag veranstaltet Volkswagen eine Analystenkonferenz, von der sich die Experten weitere Details zur geplanten Sanierung des Autokonzerns erhoffen. Am Freitag beginnen dann die offiziellen Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Stärkere Aufmerksamkeit könnte im Hinblick auf die Internationale Funkausstellung (IFA) auch den Technologietiteln zukommen. Die weltweit führende Messe für Unterhaltungselektronik läuft noch bis Mittwoch. Der Autobauer BMW liefert am Dienstag Absatzzahlen. Am Donnerstag vermeldet Deutschland seine Industrieproduktion und die Handelsbilanz am Freitag. In Europa stehen in der kommenden Woche zudem die aktuellen Erzeugerpreise im Blick.

Postbank vor Dax-Aufstieg

Am Dienstag entscheidet der Arbeitskreis Aktienindizes der Frankfurter Wertpapierbörse über die Zusammensetzung der deutschen Indizes. Nach nur zwei Jahren am Parkett könnte die Postbank den Aufstieg in die erste Börsenliga schaffen und damit die von Bayer übernommene Schering AG ersetzen. Der Streubesitz des Berliner Traditionsunternehmens ist nach der Übernahme zu niedrig geworden für eine Mitgliedschaft im Dax. Dem lange Zeit neben der Postbank als Favoriten gehandelten Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck räumen Experten nur noch Außenseiterchancen ein.

Die Woche startet in den USA zunächst mit einem Feiertag. Wegen des „Labor Day“ bleiben die US-Börsen am Montag geschlossen. Von der Konjunkturseite dürften an den folgenden Tagen unter anderem die US-Daten zur Produktivität und der ISM-Index für das nicht verarbeitende Gewerbe auf neue Hinweise zum Zustand der US-Konjunktur ins Blickfeld rücken. Weiteren Aufschluss zur künftigen Zinspolitik erhoffen sich Investoren vom Konjunkturbericht der US-Notenbank - dem so genannten Beige Book. „Trichet hat für die Euro-Zone weitere Zinsschritte signalisiert, jetzt wollen wir wissen, wie es in den USA weitergeht“, sagt Grönemeyer. Jüngste Daten hatten ein sich abschwächendes Wirtschaftswachstum sowie einen nachlassenden Inflationsdruck signalisiert. Viele Analysten erwarten daher, dass der Höhepunkt im US-Zinserhöhungszyklus erreicht ist. Aktuell liegt der US-Zins bei 5,25 Prozent.

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