Wikifolio
Warum Fondsmanager bald überflüssig sind

Die Social Trading Plattform Wikifolio erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Mit einem einfachen und transparenten Finanzprodukt können Anleger den besten Tradern folgen. Damit verspricht das junge Start-Up eine Alternative zu klassischen Bankprodukten. Wir machen den Test.
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DüsseldorfDie allermeisten Fondsmanager sind ihr Geld nicht wert. Sie schaffen es nicht, den Markt zu schlagen. Das kann ich besser. Glauben Sie nicht? Ich werde es Ihnen beweisen. Schauen Sie mal bei Wikifolio rein.

Wikifolio ist eine neue Internet-Plattform, an dem die Verlagsgruppe Handelsblatt beteiligt ist. Sie überträgt das Prinzip von Facebook oder Twitter auf die Geldanlage, man könnte auch sagen: Es ist eine Plattform für „Social Trading“.

Wer er sich zutraut, managt sein eigenes Portfolio, ein sogenanntes Wikifolio. Er kauft und verkauft Wertpapiere wie ein großer Fondsmanager. Jeder kann ihm dabei zusehen. Und wenn er seine Sache gut macht, dann können andere ihm folgen – mit echtem Geld.

Ich habe mich entschieden, ein Wikifolio aufzulegen, weil ich davon überzeugt bin, dass meine Analagestrategie funktioniert. Ich treffe meine Kauf- und Verkaufsentscheidungen mit Hilfe der Elliott-Wellen. Die Elliott-Wellen-Theorie ist ein hervorragendes Modell zur Beschreibung von Marktbewegungen, weil sie auf der Psychologie der Märkte gründet. Die Kursbewegungen, an den chaotisch wirkenden Finanzmärkten, können so in klar identifizierbare Muster eingeordnet werden. Ein schönes Beispiel für meinen Handelsansatz lieferte ein Setup, welches ich letzte Woche bei Facebook entdeckte. Nach einem schönen Impuls von Mitte November bis Anfang Dezember ging die Aktie in eine kleine Korrekturphase über. Kurz nach Weihnachten gewann die Aktie wieder an Stärke.

Die Kraft mit der die Aktie dann in den vergangenen Tagen anstieg, überzeugte mich. Ich setzte darauf, dass die Käufer in den nächsten Tagen weiterhin das Geschehen bestimmen werden. Seit meinem Kauf legte die Aktie um mehr als vier Prozent zu. Einen Teil habe ich schon verkauft. Jedoch befindet sich noch eine kleine Restposition in meinem Depot.

In den vergangenen Jahren habe ich nur für mich gehandelt, durchaus mit Erfolg. Warum ich jetzt in aller Öffentlichkeit handeln will? Weil ich bei Wikifolio ein Zertifikat auf das eigene Portfolio bekomme. Es besitzt eine eigene ISIN und kann bei jedem Online-Broker geordert werden. Damit habe ich die Möglichkeit durch Performance zu glänzen und selbst ein Finanzprodukt am Markt zu haben. Steigt mein eigenes Depot bei Wikifolio um fünf Prozent, so steigt auch der Wert des Zertifikats um fünf Prozent.

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Warum Fondsmanager bald überflüssig sind

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In wenigen Wochen knapp neun Prozent zugelegt

Kommentare zu " Wikifolio: Warum Fondsmanager bald überflüssig sind"

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  • Ich hatte Wifo. bereits darauf hingewiesen, dass eine Streupflicht oder prozentuale Begrenzung der Positionsgrößen sinnvoll wäre, ansonsten kann es passieren, dass zittrige Wikifolioten bei einer Turbulenz in Panik geraten. Nicht jeder verkraftet es mental, wenn er sich plötzlich für Mio-Beträge verantwortlich fühlt.

    Mein https://www.wikifolio.com/de/SQUEEZE1 ist sicherlich eines der am breitest gestreuten. Diese Strategie hat sich seit Jahren bewährt, war aber bisher wegen der relativ hohen Transaktionskosten kaum in einem normalen Depot machbar.

  • Die Idee an sich finde ich sehr interessant.

    Ich denke allerdings, dass es sich wahrscheinlich aus
    folgenden Gründen nicht durchsetzen wird:

    - der Fondsmanager wird für Verluste nicht wirklich bestraft,
    er bekommt einfach keine Prämie. Das lädt zu risikoreichen
    Strategien ein.

    - die Rechtslage ist m.E. undurchsichtig. Haftet denn der
    Fondsmanager fürs grob fahrlässiges Handeln?

    - die Prämie stellt m.E. bis zu Anlagesumme von mindestens
    1 Mio keinen Anreiz dar. Um konstante Rendite zu erwirtschaften
    muss der Fondsmanager immer einige Stunden am Tag dafür
    arbeiten.

    - Die Transaktionskosten fressen ganz schon viel von dem
    eigentlichen "Gewinn". Wird ein ETF über wikifolio gehandelt,
    bekommen die Börsenbetreiber die Transaktionsgebühren mindestens
    dreimal (beim der eigentlichen KAG, bei wikifolio und beim
    Anleger!)

  • Das einzig Richtige an dem Artikel ist die Ueberschrift, aus den von Wasska genanten Gruenden.
    Aber ihre Reaktion und die der anderen Kommentatoren beweist dass es den meisten 'Anlegern' nach wie vor nur ums Zocken gehtund dass sie an extremer Selbstueberschaetzung leiden.
    Stichwort Lake Wobegon.
    Zu ihrem Beitrag moechte ich nur anmerken dass Buffett sich wohl vehement gegen die Bezeichnung Trader wehren wuerde, Stichwort one night stand romantic.
    Zu Wasska moechte ich nur noch sagen dass die Erkenntnisee nicht von Weber oder Kommer kommen, die haben sich maximal als Uebersetzer von Fama, Samuelson oder Bogle hervorgetan. Ausserdem muss man die EMH korrekt interpretieren und realisieren dass Aktienindexprodukte nicht fuer jeden Anlagezweck und zu jedem Anlagezeitpunkt die richtige Wahl sind- aber statt dieser Problematik auf den Grund zu gehen wird halt gezockt dass die Schwarte kracht.
    Nur bitte bitte nennt das nicht Investieren oder anlegen.

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