Windturbinenhersteller
Aktionäre verkaufen in Massen ihre Nordex-Papiere

Hoher Preisdruck, wenig Absatz: Der Windturbinenhersteller Nordex korrigiert seine Absatzerwartungen nach unten – und löst Panikverkäufe bei seinen Aktionären aus. In zwei Tagen verliert der Aktienkurs 30 Prozent.
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FrankfurtNach einer Umsatzwarnung von Nordex haben die Aktionäre des Windturbinenherstellers am Freitag in Scharen ihre Papiere verkauft. Der Kurs brach bei hohen Umsätzen und mit mehreren Handelsunterbrechungen um mehr als fünfzehn Prozent auf 14,05 Euro ein. Damit stürzten die TecDax-Titel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2014. In nur zwei Handelstagen büßten sie fast 30 Prozent ihres Wertes ein – so viel wie noch nie. Innerhalb der ersten 45 Handelsminuten wechselten am Freitag bereits etwa vier Mal so viele Nordex-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

„Da kommt jetzt eine negative Analystenstimme nach der anderen, deswegen geht es weiter herunter“, sagte ein Händler. Nordex hatte am Vorabend überraschend mitgeteilt, im laufenden Jahr mit einem geringeren Umsatz als bislang zu rechnen. Daraufhin waren die Papiere bereits um knapp sechzehn Prozent eingebrochen.

Barclays senkte das Kursziel auf elf von 24 Euro. Nordex sollte sich zu diesem Zeitpunkt des Geschäftszyklus eigentlich besser entwickeln als seine größeren Wettbewerber, begründete die Bank. Stattdessen seien die Ziele für 2018 kassiert worden. Dabei seien sie erst im September 2016 ausgegeben worden.

In einer eilends einberufenen Telefonkonferenz am Abend hatte Firmenchef Lars Bondo Krogsgaard die Hauptgründe für die geringen Absatzerwartungen erläutert. Vor allem die Geschäfte in Kernmärkten wie Brasilien, Indien und Südafrika liefen schlechter. Zudem bestehe eine hoher Preisdruck. Analysten hatten eher Probleme in den USA befürchtet, nachdem sich US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf negativ zu erneuerbaren Energien geäußert hatte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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