Zentralbank spekuliert
Die Schweiz verkauft Apple-Aktien

Die Schweizerische Nationalbank ist bekannt für ihre Spekulation mit Aktien. Jetzt haben die Währungshüter ihr Portfolio umgebaut. Sie stoßen Aktien von drei Großkonzernen ab – und inverstieren in einen Pharmariesen.
  • 0

ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Anzahl der Aktien von Apple, Exxon Mobil und Johnson & Johnson in ihrem Portfolio im zweiten Quartal reduziert. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Wertpapieraufsicht SEC hervor.

Die in Zürich ansässige Zentralbank hielt zum 30. Juni 0,3 Prozent weniger Aktien des iPhone-Herstellers als noch Ende März, zeigt das Dokument. Bei Exxon und J&J wurden die Bestände demnach um jeweils 0,2 Prozent verringert. Die drei Unternehmen blieben dennoch die drei größten US- Aktienpositionen in dem Portfolio der SNB.

Gleichzeitig kaufte die SNB mehr Titel des US-Pharmariesen Merck & Co dazu. Die von der Zentralbank gehaltenen Aktien stiegen den Daten zufolge um 1,1 Prozent.

Die SNB hebt sich mit ihren Aktienbeständen von anderen größeren Zentralbanken ab. Der US-Notenbank Federal Reserve ist es beispielsweise nicht gestattet, Aktien zu kaufen. Die Bestände bei der SNB sind auf ihre Entscheidung zurückzuführen, 16 Prozent der Devisenreserven in Aktien und den überwiegenden Teil in Staatsanleihen mit einem hohen Rating anzulegen.

Die Fremdwährungsreserven der SNB sind im Zuge der Verteidigung des im September 2011 eingeführten Mindestkurses von 1,20 Franken je Euro in die Höhe geschossen. Im vergangenen Monat erreichten die Devisenreserven mit 453 Mrd. Franken ein neues Rekordhoch, zeigten SNB-Daten vom Donnerstag.

SNB-Sprecher Walter Meier lehnte eine Stellungnahme zu den Reserven im Juli und der Pflichtmitteilung ab, die die SNB bei der SEC vorlegen muss. Abgesehen davon gibt die Zentralbank ihre Positionen bei einzelnen Unternehmen nicht preis.

Per Ende Juni hielt die SNB dem SEC-Dokument zufolge Anteile an etwa 2500 in den USA notierten Unternehmen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zentralbank spekuliert: Die Schweiz verkauft Apple-Aktien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%