Aktien des Baukonzerns Hochtief bieten Phantasie
Solides Fundament

Die Krise am deutschen Bau geht in das zweite Jahrzehnt. Kein Wunder, dass viele Investoren gar nicht mehr genau hinhören, wenn Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel einmal mehr – diesmal für spätestens 2007 – das Ende der Baukrise heraufbeschwört. Schließlich büßte auch die Hochtief-Aktie in den vergangenen zehn Jahren mehr als ein Fünftel ihres Werts ein.

HB FRANKFURT. Hochtief-Aktien ob der unsicheren Perspektiven der Bauwirtschaft und der langfristig mauen Kursentwicklung zu verschmähen, könnte jedoch fahrlässig sein. Schließlich ist Hochtief längst kein auf Deutschland fokussiertes Unternehmen mehr. Die Essener erwirtschaften rund 70 Prozent ihrer Umsätze in Nordamerika und Australien – beides Märkte mit einer enormen Dynamik der Bauinvestitionen.

Auch wenn im Vorjahr von knapp zwölf Mrd. Euro Umsatz gerade einmal ein Betriebsergebnis von 227 Mill. Euro in den Büchern blieb, sind auch viele Investoren inzwischen optimistisch: Allein seit Anfang Mai konnte die Hochtief Aktie um knapp 50 Prozent zulegen. Und ein Blick auf den Beteiligungsbesitz offenbart, dass dies trotz des nunmehr luftigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses von rund 30 keineswegs übertrieben ist: Hochtief hält rund 53 Prozent der Aktien von Australiens größtem Baukonzern Leighton. Das Paket an Leighton ist inzwischen umgerechnet 1,1 Mrd. Euro wert. Zudem besitzt Hochtief Anteile zwischen fünf und 30 Prozent an den Flughäfen von Athen, Düsseldorf, Hamburg, Sydney und Tirana. Aus einem Teilverkauf der Beteiligung in diesem Jahr errechnet sich ein Wert der verbliebenen Flughafenbeteiligungen von rund einer Mrd. Euro. Das ist angesichts der Bewertungen anderer gelisteter Flughafenbetreiber ein realistischer Wert, zumal die Flughäfen aufgrund steigender Passagierzahlen Wachstum fast schon garantieren.

Alleine Leighton und die Flughafenbeteiligungen zusammengenommen sind also rund 2,1 Mrd. Euro wert. Das entspricht der aktuellen Marktkapitalisierung Hochtiefs an der Börse. Die Chance auf ein Ende der Talfahrt im deutschen Bau erhalten Aktionäre quasi geschenkt.

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