Bulle + Bär
Auf dem Prüfstand

Die meisten großen Fondshäuser in Deutschland bieten inzwischen mindestens einen Fonds mit der modischen Applikation „absolute oder total return“ an. Unter diesem Etikett gibt es rund 30 verschiedene Renten-, Mischfonds und Fonds mit Volatilitäts-Strategien. Deren Fondsmanager wollen unabhängig von der Börsenentwicklung einen mehr oder weniger genau beschriebenen Ertrag (return) erwirtschaften.

Beim Anleger treffen die Fonds offenbar den richtigen Nerv: Trotz eines wieder freundlicheren Aktienumfelds scheint der Baisse-Schock nachzuwirken und der Wunsch nach Geldanlagen mit kalkulierbarem Risiko groß zu sein. Der DIT etwa hat hat mit seinem DIT Euro Total Return Bond in einem guten Jahr 3,4 Mrd. ¤ eingesammelt. Auch andere Häuser haben mit der neuen Serie den zähen Absatz bei Aktienfonds etwas verbessert. Beim DIT spricht man sogar davon, einen „Vertriebsnotstand“ gelindert zu haben.

Ein erster Blick auf die Wertentwicklung der neuen Fonds zeigt aber, dass viele ihre – allerdings langfristigen – Renditeziele noch nicht erreicht haben. So litten die Absolute-Return-Rentenfonds – wie die „normalen“ Fonds – unter dem krassen Kursverfall und Renditeanstieg bei Bonds seit Mitte Juni dieses Jahres. Der DIT-Kassenschlager gehört laut Fonds-Researchhaus Feri Trust mit einem kleinen Verlust von knapp 0,6 % im Juli zur Spitzengruppe der Euro-Rentenfonds. Auch der Uni Euro Renta Absolute Return Fonds der Union Investment schnitt mit minus 0,8% etwas besser ab als der Durchschnitt der Euro-Rentenfonds. Zu den wenigen neuen Fonds, für die bereits Zwölfmonatszahlen existieren, gehört der DIT-Fonds. Er belegt mit einem Plus von knapp 12 % einen Platz unter den besten Anleihefonds. Fondsexperten führen dies aber auf einen gelungenen Laufzeiten- und Bonitätenmix zurück und weniger auf die Total- Return-Komponente. Ähnliches gilt für Mischfonds wie den Activest Lux Total Return Fonds der Activest.

Bei der dritten großen Gruppe, den Fonds mit verschiedenen Volatilitätsstrategien, stehen längerfristige Ergebnisse noch aus. Der Fondsmanager des DWS Vola Strategy, der auf Kursverläufe wettet und je nach Marktlage Puts, Calls etc. kauft oder verkauft, will – wie manch anderer Absolute-Return- Fonds auch – langfristig 7 % Rendite im Jahr erreichen. Seit seiner Auflage im Dezember hat der Fonds 2,4 % gewonnen.

Anleger sollten abwarten, welcher Fonds ein gutes Zwölfmonats- Ergebnis erziele, meint Joachim Meyer, Geschäftsführer beim unabhängigen Fondsberater Fondsconsult. Der Anlageerfolg werde leichter messbar sein als der von Fonds, die mit einer Benchmark wetteifern. Zwar garantieren die meisten Absolute-Return-Fonds das Kapital nicht. Aber Fondsmanager, die einen Ertrag von 7 % oder einen Renditeaufschlag zu einer risikolosen Geldmarktanlage ankündigen, dürften einen Verlust nicht ohne Imageverlust rechtfertigen können.

Wichtig für die Anlageentscheidung ist, dass diese speziellen Fonds zur persönlichen Portfoliostruktur passen. Daher muss ein Anleger prüfen, welche Art Fonds er sich unter der Sammelmarke „absolute return“ ins Depot kauft. Streng nach ihrer Herkunft – der Welt der Hedge Funds – lassen sich mit Absolute- Return-Strategien Risiken der Aktien- und Anleihemärkte streuen. Diesen Gedanken kann man aber auch über eine Beimischung von Gold-, Rohstoff- oder Immobilienfonds oder -zertifikaten verfolgen.

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