Bulle & Bär
Botschaft von der Insel

In der griechischen Mythologie ist Hermes der Bote, der die Nachrichten der Götter an die Sterblichen übermittelt. Ganz so hoch ist der auf den gleichen Namen getaufte Pensionsfonds des britischen Telekomkonzerns BT zwar nicht angesiedelt, aber die Botschaften, die die Herren des Hermes-Fonds in diesen Tagen in die Investmentwelt senden, sind trotzdem ausgesprochen interessant.

LONDON. Hermes, mit einem verwalteten Vermögen von 34 Milliarden Pfund immerhin der größte Pensionsfonds auf der britischen Insel, will rund drei Milliarden Pfund in alternative Investments wie Private Equity und Hedge-Fonds investieren. Dadurch würde sich das Engagement von derzeit sieben Prozent mehr als verdoppeln. Die zur Debatte stehende Summe entspricht in etwa einem Drittel des Vermögens, das Hermes im Moment in britischen Aktien angelegt hat.

Doch nicht nur das schiere Volumen macht die Hermes-Botschaft so spannend. Der Pensionsfonds von BT gilt auf der Insel als Trendsetter in Sachen Vermögensverwaltung. Andere Fonds könnten dem Beispiel folgen. Wie weitreichend die Entscheidung von Hermes-Chef Mark Anson ist, zeigt die Tatsache, dass bislang überhaupt nur jeder zehnte britische Pensionsfonds in Alternativen Anlagen wie Private Equity oder Hedge-Fonds engagiert ist.

Schon heute macht das Universum der Alternativen Investments ein Volumen von drei Billionen Dollar aus. Eine enorme Summe, aber trotz des rasanten Wachstums in den vergangenen Jahren noch immer vergleichsweise bescheiden im Vergleich zu den 60 Billionen, die nach Schätzungen der Investmentbank JP Morgan am Aktien und Rentenmarkt investiert sind.

Nicht nur riesige Pensionsfonds werden sich am Beispiel von Hermes orientieren. Auch für die private Altersvorsorge werden die heute von vielen noch immer als Exoten belächelten Anlageformen in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Fähigkeit von Hedge-Fonds, auch bei fallenden Märkten Geld zu verdienen, kann die Risiken in einem Wertpapierportfolio beispielsweise ganz erheblich reduzieren. Egal, ob es um die Milliarden eines Pensionsfonds geht, oder um die Spargroschen eines Privatanlegers.

Aber nicht nur das Anlageverhalten von Pensionsfonds und Privatanlegern wird sich in den kommenden Jahren radikal ändern, auch die Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften selbst müssen sich auf die Bedürfnisse der neuen Klientel einstellen. Das bedeutet vor allem mehr Transparenz und eine klar geregelte Corporate Governance.

Der Trend geht bereits in diese Richtung, das zeigt die steigende Zahl von Private-Equity-Gesellschaften und Hedge-Fonds, die es an die Börse zieht. Wer mehr Offenheit wagt, dem winkt eine interessante Belohnung: Die Chancen stehen nicht schlecht, dass zoologische Vergleiche aus der Insektenwelt dann der Vergangenheit angehören.

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