Bulle & Bär
Gewinne zum Frühstück

Ben Bernanke verteuert das Frühstück. Wenn der US-Notenbankchef und seine Kollegen aus anderen Ländern wieder Milliarden in das Weltfinanzsystem pumpen und die Welt mit Geld überschütten, dann steigen auch die Preise für Sojabohnen, Mais, Weizen, Zucker und andere Agrargüter.

FRANKFURT. Die Börsianer denken ganz einfach: Eine Geldschwemme wird sich immer in höherer Inflation Bahn brechen. Und Rohstoffe bieten Schutz gegen diese Entwertung. Rohstoff-Guru Jim Rogers kann sich die Hände reiben. Der Milliardär und ehemalige Mitstreiter von Superinvestor George Soros empfiehlt seit langem "Frühstückszutaten" als Investments.

Zur Wochenmitte kletterten die Preise für Sojabohnen an der Terminbörse in Chicago auf ein 34-Jahreshoch. Weizen näherte sich dem im September erzielten Rekord. Mais ist nur noch wenige Prozent von dem im Februar erzielten Zehnjahreshoch entfernt. Sogar Zucker macht Anstalten, sich von seinem Rückschlag in diesem Jahr zu erholen. Neben den Notenbankern trugen allerdings auch die Analysten von Goldman Sachs zum jüngsten Aufschwung bei. In einem umfangreichen Report schraubten sie ihre Preisprognosen für das kommende Jahr teilweise massiv nach oben: bei Sojabohnen um über 60 Prozent, bei Weizen und Zucker um jeweils rund 25 Prozent, bei Mais um 20 Prozent.

Weltweit sind die Nahrungsmittelmärkte in einem strukturellen Wandel. In den Schwellenländern steigt der Wohlstand. Mehrere Milliarden Menschen wollen sich besser ernähren als bisher. Das treibt die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten. Parallel dazu wird immer heftiger um die Anbauflächen gerangelt. Explodierende Energiepreise beflügeln das Interesse an alternativen Treibstoffen, wie etwa Ethanol aus Mais. Doch wenn Mais in den Benzintank wandert, kann es nicht mehr verfrühstückt oder an Tiere verfüttert werden.

Zu guter Letzt schieben immer öfter geringe Lagerbestände und schlechte Ernten nach Dürren oder Überschwemmungen die Preise nach oben. Viele dieser Ausfälle schreiben Analysten dem Klimawandel zu. So drückte Trockenheit die Weizenernten in Kanada und Australien, während Argentinien unter einer Frostperiode litt. Die Landwirte in den USA, Frankreich und Deutschland fuhren wegen außergewöhnlich starken Regens geringere Erträge ein. Bedroht ist auch der Kaffee. Die Ernten etwa in Uganda und Indien könnten in den kommenden Jahren dem Klimawandel zum Opfer fallen, etwa in Uganda und Indien. Das schätzt jedenfalls Roland Jansen vom Hedge-Fonds Juno Mother Earth Asset Management.

Investoren haben mittlerweile viele Möglichkeiten für ein eigenes Frühstücks-Investment. Banken wie Anlagehäuser bieten eine Auswahl an Zertifikaten und Fonds, die etwa auf Agrarpreisindizes oder Aktien der Branche basieren . Erfahrene und mutige Anleger können über Zertifikate sogar mit Hebel wetten.

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