Bulle & Bär
Wochenausblick: Wär doch immer Donnerstag

Zumindest eines ist in dieser Börsenwoche so sicher wie das Amen in der Kirche: Der Donnerstag wird entspannt. Keine Kursturbulenzen, keine Hektik, kein allgemeines Kopfschütteln über Preise, die ohnehin kaum noch einer versteht.

FRANKFURT. Die Amerikaner feiern am Donnerstag Thanksgiving und die Wall Street ist geschlossen. Im Rest der Börsenwelt wird deswegen an diesem Tag nach allgemeiner Erfahrung auch nicht besonders viel Aufregendes passieren. "Wär doch immer Donnerstag" sagen sich inzwischen viele an den Märkten, denen nach einem Kurssturz von über zehn Prozent in der abgelaufenen Woche die Worte fehlen, um das zu erklären, wofür selbst Experten, Auguren Propheten, Gurus und Querdenker keine Erklärung finden.

Daran ändert auch nichts, dass sich am Markt inzwischen die Meinung durchgesetzt hat, dass eine Rezession droht oder vielleicht schon da ist, dass nach den Finanzwerten nun die Zykliker wie Auto und Chemie dran sind und dass wir das Thema Inflation wohl vorerst abhaken können. Das klang alles vielerorts vor Wochen noch anders und darf zumindest als Indiz dafür gelten, dass die Experten zwar weiterhin nicht genau wissen, wo die Reise hingeht, aber zumindest, wo wir stehen.

Insofern dürfte es auch nicht überraschen, wenn am heutigen Montag der Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts den sechsten Rückgang in Folge zeigen würde. Dass die Unternehmen nach all dem, was zuletzt zu hören und zu lesen war, ihre eigene Lage weniger gut als noch vor Wochen einschätzen, liegt nahe. Auch weil die Krise gerade die Frühzykliker trifft, dann wohl die Normalzykliker und anschließend die Spätzykliker.

Da nützt es wohl auch nichts, dass in den Vorjahren in der Woche vor Beginn der Adventszeit immer noch einmal eine Aufbruchphase brachte und diese dann auch bis zum Fest anhielt. In diesem Jahr wird wohl an den Börsen eher das Novembergrau um Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag bis dorthin Bestand haben. Daran werden auch Daten zum deutschen Verbrauchervertrauen am Dienstag oder die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA am Mittwoch nichts ändern.

Von Unternehmensseite ist nicht allzu viel zu erwarten. Die Quartalssaison für die Zeit vom Juli bis September ist weitgehend abgeschlossen. Nur noch der Stahlriese Thyssen-Krupp legt am Freitag seine Zahlen vor. Interessieren wird dies am Markt ohnehin nur noch die wenigsten, stehen doch bei den meisten die Empfänger schon in Richtung 2009.

Diese Woche wird vermutlich die gleichen kurzfristigen und meist völlig grundlosen Ausschläge nach oben wie nach unten bringen wie die vergangene. Sie wird mangels Unternehmensnachrichten vielleicht sogar noch geringere Handelsumsätze zeigen als die schon schwach Vorwoche. Aber sie wird immerhin für einen ruhigen Donnerstag sorgen.

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