Die US-Institute Bank of America und JP Morgan Chase locken mit hohen Gewinnen
Dicke Polster für magere Zeiten

In puncto Börsenwert und Ertragsstärke spielen die US-Banken in einer völlig anderen Liga als die deutsche Konkurrenz. So bringt Bank of America ein Börsengewicht von 174 Milliarden Dollar auf die Waage. Zum Vergleich: Der Frankfurter Branchenprimus Deutsche Bank kostet an der Börse umgerechnet rund 42 Milliarden Dollar – nicht mal ein Viertel davon.

NEW YORK. Der Grund: Die US-Finanzkolosse arbeiten dank ihrer Größe profitabler. Gerade das in den USA äußerst ertragreiche Filialgeschäft lebt vom Sparpotenzial, dass durch Größe entsteht. So pendelte die Eigenkapitalrendite der Bank of America zuletzt um die 20 Prozent. JP Morgan Chase brachte es auf 19,6 Prozent. Davon sind die deutschen Kreditinstitute noch weit entfernt.

Die gute Nachricht für Aktionäre: Sie müssen an der Börse keinen Aufschlag zahlen für die starken Erträge der US-Giganten. Im Gegenteil: Die Aktien von Bank of America und JP Morgan Chase erscheinen derzeit billig. Die Nummer zwei und Nummer drei der USA nach Bilanzsumme profitieren von der Erholung der US-Wirtschaft. Wer auf die Dynamik Amerikas setzt, der kann beide Aktien quasi zum Rabattpreis kaufen. So kostet die Bank-of- America-Aktie derzeit das 11,6-fache des für dieses Jahr erwarteten Gewinns. Das liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Wert von rund 17 für den US-Aktienindex S & P 500. Glaubt man den Gewinnprognosen der Analysten für das nächste Jahr, dann beträgt das Kurs-Gewinn- Verhältnis der Bank of America sogar nur 10,4.

Auch eine andere Kennziffer, das Kurs-Buchwert-Verhältnis, spricht für die beiden Giganten. So zahlen Anleger für die Aktie von JP Morgan derzeit nur das 1,6-fache des Buchwerts, für die der Bank of America Aktienkurs das 1,8-fache; das ist zumindest nicht teuer. Nur Weltmarktführer Citigroup ist mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,2 kein Schnäppchen.

Klar, es gibt gute Gründe, warum Bankaktien niedriger bewertet sein sollten als der Gesamtmarkt. So gilt die Finanzbranche als besonders zyklisch. Doch inzwischen haben sich Citigroup, Bank of America und JP Morgan Chase mit milliardenschweren Zukäufen breiter aufgestellt. Erklärtes Ziel ihres Wachstums war, unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen in einer Region oder einem Geschäftsfeld zu werden. Das spricht dafür, dass die großen Kreditinstitute zumindest kleinere Konjunkturdämpfer gut wegstecken sollten. Falls die Konjunktur ins Trudeln gerät, dann leiden natürlich auch die Bankriesen darunter. Das größte Risiko stellt vielleicht der heißgelaufene US-Immobilienmarkt dar. Hier sind die Banken mit ihren viele Milliarden Dollar schweren Hypothekenkrediten engagiert.

Zinserhöhung schmerzt die Banken nicht

Doch Investoren können selbst im schlimmsten Fall auf ein stabiles Polster vertrauen: die üppige Dividendenrendite der US-Finanzriesen. So entspricht die zuletzt gezahlte Dividende von JP Morgan Chase einer Rendite von 3,8 Prozent auf den aktuellen Kurs. So viel bringt kaum eine andere Standardaktie. Citigroup-Aktien rentieren derzeit mit 3,7 Prozent. Zudem haben die Bankgiganten ihre Ausschüttungen zuletzt mehrfach erhöht. Gut möglich, dass zum Beispiel Bank of America bald aufstockt. Deren Dividendenrendite beträgt bislang eher bescheidene 2,1 Prozent.

Eine andere Sorge könnte sich als unbegründet erweisen. Viele Investoren fürchten negative Folgen durch die erwarteten Zinserhöhungen der Zentralbank. Doch Bankanalyst Ruchi Madan von Citigroup hat sich die Bilanzen der Kreditinstitute genauer angeschaut. Er kommt zu dem Schluss, dass zumindest die ersten vier bis sechs Zinserhöhungen die Banken nicht schmerzen. Denn sie haben sich bereits auf steigende Refinanzierungskosten vorbereitet. Und die US-Leitzinsen dürften wohl nur dann höher steigen, wenn die Wirtschaft kräftig wächst. Die positiven Effekte des Aufschwungs würden die Zinsbelastung dann zumindest teilweise auffangen.

Insgesamt spricht viel für und nur wenig gegen die Aktien der zweit- sowie der drittgrößten Bank Amerikas. Die Chancen stehen gut, dass beide besser als der US-Gesamtmarkt abschneiden.

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