DivDax-Lizenzen sind den Emittenten zu teuer
Verprellte Anbieter

Eigentlich sollte der DivDax ein neuer und erfolgreicher Teil der Dax-Familie werden. Die Idee der Deutschen Börse, die 15 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite in einen Index zu packen, ist gut.

HB BERLIN. Doch schon die Zusammensetzung des jüngsten Dax-Sprösslings versetzte Banken wie Anleger in Staunen, weil die Börse nicht etwa die künftigen Ausschüttungen der Dax-Unternehmen bei der Zusammensetzung des Index berücksichtigt, sondern auf die Höhe der historischen Dividenden schaut. Die T-Aktie und die Papiere der Lufthansa suchen Anleger trotz üppiger Dividenden deshalb vergeblich im DivDax.

Doch damit nicht genug. Auch das neue Gebührenmodell der Deutschen Börse für den DivDax verärgert die Finanzgemeinde, allen voran die Anbieter von Zertifikaten. Denn die Lizenzgebühren, die die Emittenten an die Deutsche Börse bezahlen, wenn sie Papiere auf den DivDax auflegen, sollen erheblich höher sein als die üblichen Preise für die anderen Aktienindizes der Dax- oder der EuroStoxx-Familie. So hat die Rechnung einer Bank ergeben, dass die Gebühren, die die Deutsche Börse für die Emission von Indexzertifikaten verlangt, um das 25fache höher liegen können. In anderen Häusern geht man von Kosten aus, die das Niveau des alten Modells um bis zu 30 Prozent übertreffen.

Der Grund: Beim DivDax weicht die Börse von ihrer bisherigen Lizenzierungspolitik ab. Gemäß der neuen Methode orientieren sich die Gebühren bei den Anlagezertifikaten auf den DivDax am verkauften Volumen. Bei den anderen Indizes der Dax-Familie berechnet die Börse hingegen Grundgebühren zuzüglich eines kleinen Betrages je Zertifikat. Damit hat die Deutsche Börse den DivDax ausdrücklich aus ihren bestehenden Verträgen herausgenommen. Mit der neuen Abrechnung könnte die Börse die Probe aufs Exempel machen. Denn unter den Banken verhärten sich Gerüchte, dass die Deutsche Börse ihre neue Preispolitik generell bei neuen Indizes einführen und möglicherweise auch auf die bestehenden Indizes ausweiten könnte, wenn die bisherigen Lizenzverträge auslaufen.

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