MAN lässt der Ruf eines Gemischtwarenladens kalt
Gegen alle Trends

Wenig Glanz hat der im Dax vertretene Mischkonzern MAN über Jahre verbreitet. Als Gemischtwarenladen, der von der Raumfahrt bis zu Ölpumpen alles im Portfolio hatte, galt er in Zeiten, in denen es bei Topmanagern „in“ war, sich stromlinienförmig auf ein einziges Kerngeschäft zu konzentrieren, als hoffnungslos altmodisch und unattraktiv. Doch in den letzten Monaten ist MAN plötzlich zum Star geworden. Der Kurs der Aktie ist entgegen dem Trend einer allgemeinen Korrekturphase seit Jahresanfang um 28 Prozent gestiegen.

Und das, obwohl Analysten bis zuletzt immer wieder vorgerechnet hatten, dass der MAN Konzern als Ganzes weniger wert ist als seine Teile, was eine Zerschlagung sinnvoll erscheinen ließ. Das wäre wohl auch dem Großaktionär Allianz in schwierigen Zeiten lieber gewesen. Wie ein Bollwerk hat der bisherige Vorstandschef Rudolf Rupprecht sein Konzept eines Mischkonzerns bis zum Wachwechsel Anfang des Monats verteidigt. Nachfolger Hakan Samuelsson hat bereits angekündigt, dass er das Produktions-Portfolio weitgehend beibehalten will.

Andere Vorstandschefs haben sich da eher von Moden beeinflussen lassen. Der Daimler-Chrysler-Konzern etwa setzte in den 80er Jahren alles daran, autofremde Bereiche von der Raumfahrt- und Wehrtechnik bis hin zum den Flugzeugbauern Fokker zu integrieren. Damals war „Diversifizierung“ die große Mode. In den 90er Jahren dann wurde das meiste unter Verlust wieder losgeschlagen. Denn jetzt forderten Unternehmensberater, dass sich ein Konzern auf das Wesentliche konzentrieren müsse. Um der neuen Globalisierungswelle gerecht zu werden, kaufte Daimler jetzt weltweit Autokonzerne dazu. Der US-amerikanische Chrysler-Konzern und der japanische Autohersteller Mitsubishi haben seither die Gewinne der deutschen Vorzeigemarke regelmäßig vermasselt. Der Kursverlauf der Aktie zeigt, wohin die Bereitwilligkeit, jedem Trend zu folgen, führen kann.

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