Papierhersteller
Warten auf die Trendwende

Papieraktien verlangen den Anlegern eine Menge Geduld ab. Beim größten Hochglanzpapierhersteller der Welt, Sappi, sind schon wieder Rückschläge auf die jüngsten Lichtblicke gefolgt.
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KapstadtPapier ist bekanntlich geduldig – und viel Geduld wird den Anlegern auch seit Jahren bei einer Anlage in Papieraktien abverlangt. Beispiel: der südafrikanische Konzern Sappi, der größte Hochglanzpapierhersteller der Welt. Wie bei der skandinavischen Konkurrenz folgten auf die wenigen Lichtblicke auch hier sofort schattige Phasen.

Die kürzlich vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal und der wenig hoffnungsvolle Ausblick bestätigen den Trend. Offenbar müssen die Anleger noch ein wenig länger auf ein Ende der Achterbahnfahrt und die immer wieder beschworene Trendwende warten.

Der jüngste Rückschlag ist umso enttäuschender, als die Papierbranche gerade erst eine stärkere Preiserhöhung bei den Zeitungsverlagen durchsetzen konnte. Allerdings wird damit nun nur wieder das Niveau von 2009 erreicht. Denn seit Jahren leidet die Branche an hohen Überkapazitäten. Sappi versucht, mit der Schließung von Papiermühlen gegenzusteuern, zuletzt in der Schweiz. Zuvor wurde bereits eine finnische Mühle geschlossen.

Erschwert wird die Lage durch die starke Ausrichtung der Südafrikaner auf die derzeit wachstumsschwachen Märkte in Europa und den USA. Allerdings hat der Konzern in den letzten Jahren sein Geschäft in Nordamerika neu aufgestellt. Der Marktanteil in Europa beträgt rund 30 Prozent.

Dringlich ist nun der Abbau der hohen Schuldenlast. Allein letztes Jahr musste das Unternehmen für seinen Schuldenberg von 2,2 Milliarden Dollar rund 250 Millionen Dollar an Zinsen berappen. Der Grund: Sappis Management hatte Ende 2008, mitten in der Finanzkrise, die finnische Papierfirma M-Real für 1,1 Milliarden Dollar übernommen – und damit seine Verschuldung enorm erhöht. Kurz nach der Übernahme von M-Real war Sappis Aktienkurs umgerechnet auf nur einen Euro abgesackt – und nicht wenige Beobachter befürchteten das Schlimmste.

Für Sappi hängt die Trendwende nun ganz davon ab, wie sich der renditeschwache europäische Markt für Hochglanzpapier entwickelt, der inzwischen über die Hälfte zum Umsatz der Südafrikaner beiträgt. Seit 1992 gehört auch Alfeld Papier zum globalen Portfolio des Unternehmens vom Kap. In der Vergangenheit hat Sappis Management oft mehr versprochen, als es später halten konnte. Nun werden schwarze Zahlen für das Jahresende versprochen.

Vermutlich erklärt dies, weshalb der hoch angesehene südafrikanische Fondsmanager Allan Gray nicht von seinem fast 30 Prozent hohen Anteil an Sappi lassen will. Der Vermögensverwalter vom Kap ist für seinen langen Atem und sein goldenes Händchen bekannt. Sappi habe oft enttäuscht und seine Zielvorgaben verfehlt, heißt es bei Allan Gray. Doch berge der tief gefallene Aktienpreis genau deshalb auch sehr viel Erholungspotenzial.


Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent

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