Rückkehr des Xetra-Handelsendes auf 20 Uhr ist unwahrscheinlich
Der Abendhandel ist bestenfalls etwas für Fans

Die Bilanz nach einem Monat Abendhandel ist ernüchternd: Zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr werden verschwindend wenige, nämlich nur noch ein Prozent der täglichen Aktiengeschäfte an deutschen Börsen getätigt.

FRANKFURT/M. Die Bilanz nach einem Monat Abendhandel ist ernüchternd: Nachdem seit dem 3. November der Handel auf dem elektronischen Handelssystem Xetra auf vielfachen Wunsch institutioneller Anleger bereits um 17.30 Uhr schließt und lediglich auf dem Parkett und an den Regionalbörsen bis 20 Uhr weiter gehandelt wird, trat das ein, was vielerorts bereits im Vorfeld befürchtet wurde: Zwischen 17.30 Uhr und 20 Uhr werden verschwindend wenige, nämlich nur noch ein Prozent der täglichen Aktiengeschäfte an deutschen Börsen getätigt.

Als Xetra noch bis 20 Uhr geöffnet hatte, waren es immerhin noch sieben Prozent, zur besten Zeit im Jahr 2000 sogar neun Prozent. Ebenfalls interessant: Das magere eine Prozent am Abend teilen sich zu rund zwei Drittel das Frankfurter Parkett, etwa 20 bis 25 Prozent davon gehen in Stuttgart um, und das wenige, was dann noch übrig ist, teilen sich München, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Bremen und Berlin.

Für die neu eingeführten Late-Indizes interessieren sich demnach bestenfalls noch Statistiker oder Zocker. Erstere registrieren penibel, zu welchen Veränderungen es noch zwischen dem Schlusskurs des Xetra-Dax und dem Ende des L-Dax gekommen ist und stellen meist Unterschiede im Hundertstel Prozentbereich fest. Die zweite Gruppe beobachtet intensiv, welche Aktien mit geringem Aufwand zu bewegen sind. Meist handelt es sich dabei um Werte aus der zweiten und dritten Reihe, bei denen die im Späthandel üblichen Ordergrößen von 60, 80 oder 130 Stück noch zu spürbaren Veränderungen führen können. Von den Blue Chips wie Siemens, Daimler Chrysler oder Deutsche Bank gehen im Tagesverlauf sowieso zwischen 97 und 99 Prozent der Gesamtumsätze auf Xetra um.

Von Händlern hört man stets: Abends sind die Profis weg, weshalb sie sich den Späthandel schenken. Auf Bewegungen an der New Yorker Wall Street können sie ja auch an der Terminbörse Eurex reagieren, etwa mit dem Dax-Future. Und für die Händler ist die Frage, ob sich der Späthandel lohnt, was die Courtage betrifft.



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