Unverändert attraktiv
Die Dividende bringt’s

Es ist ruhig geworden rund um den Klassiker unter den Anlagestrategien: der Auswahl von Aktien anhand der Dividendenrendite. Doch das dürfte sich bald ändern, wenn die Fondsbranche Bilanz zieht für 2006.

DÜSSELDORF. Denn es war ein Euro-Stoxx-Select-Dividend-Indexfonds (ETF), der im laufenden Jahr mit einem Kursplus von 37 Prozent der gesamten Konkurrenz der aktiv verwalteten Fonds für europäische Standardwerte den Rang ablief. Letztere legten 2006 nach Berechnungen der Fondsratingagentur Morningstar im Schnitt um 18 Prozent zu, der Euro Stoxx 50 um 22 Prozent.

Auch die langfristige Kursentwicklung stimmt: Eine Investition in den Euro Stoxx 50 wäre seit Auflage im Jahr 1999 inklusive Dividenden auf 13 700 Euro gewachsen, eine Investition in den Euro Stoxx Select Dividend 30 hingegen auf 30 600 Euro. Zugegeben: Das Umfeld für Dividendenstrategien – also der Auswahl von Aktien anhand von Kriterien wie der Dividendenrendite, der Ausschüttungsquote und -kontinuität – hätte in den vergangenen Jahren kaum besser sein können: Die Kapitalmarktzinsen waren und sind niedrig. Zudem liefert eine am Substanzwert orientierte Anlagestrategie seit Jahren höhere Erträge als die Investition in Wachstumswerte.

Inzwischen mehren sich aber Stimmen, dass der Dividendenstrategie die besten Jahre noch bevor stehen könnte. Der Schlüssel dazu sind die Baby-Boomer, also der Generation der geburtenstarken Jahrgänge 1945 bis 1964 der Industrieländer. Alleine in den USA sind dies 75 Millionen Menschen. Sie alle nähern sich dem Ruhestand – und könnten, glauben Pessimisten, mit dem Verkauf der für die Altersvorsorge erworbenen Aktien die Kurse über Jahrzehnte unter Druck setzen.

Denkbar, so die Verfechter der Dividendenstrategie, sei aber auch ein ganz anderes Szenario: Die Baby-Boomer schichten massiv in dividendenstarke Aktien um. Auf diesem Wege können sie ihr Kapital unter Umständen erhalten und vererben. Sie stellen aber auch kontinuierliche Ausschüttungen sicher, mit denen sie ihren Lebensstandard halten können. Das beflügelt die Kurse der Unternehmen, die sich üppigen Dividenden verschrieben haben. Und es animiert Unternehmen, die Ausschüttungsquoten zu erhöhen.

Investoren in die europäischen Dividendenindizes können dem Fortgang der Diskussion gelassen entgegen sehen. Denn trotz der hohen Zugewinne der letzten Jahre sind die Dividendenindizes optisch unverändert attraktiv. Zum Quartalsende weist der über 8 Länder und 15 Branchen diversifizierte Euro Stoxx Select Dividend 30 eine Dividendenrendite von 3,8 Prozent und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 auf. Mit dem Stoxx Select Dividend 30 als paneuropäischen Pendant können Investoren bei gleichem KGV eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent vereinnahmen. Auf beide Indizes offerieren Banken gebührenschonende Indexfonds und -zertifikate.

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