Abwärtstrend an den Börsen
Charttechniker malen schwarz für Aktien

Die Kurse an den Aktienmärkten finden keinen Boden. Und ein Blick auf die Charts macht wenig Hoffnung auf Besserung: So lange die Indizes immer neue Tiefpunkte markieren, ist keine Wende absehbar. Technisch orientierte Analysten halten auch Dax-Kurse unter 4 000 Punkten für möglich.

DÜSSELDORF. Mehr Risiken als Chancen sehen technisch orientierte Analysten für die Börsen. Einhelliges Fazit der Zunft: Mehr als bloße Hoffnung auf ein Ende des dynamischen Abwärtstrends gibt es bislang nicht.

Gerade in der jetzigen Zeit orientieren sich viele Anleger an Charttechnikern, einer Zunft, die aus vergangenen Kursmustern Rückschlüsse auf die Zukunft ableitet. Der Grund: Abseits vermeintlich hoher oder niedriger Kurse beherzigen die Experten zwei simple, aber wichtige Börsenweisheiten: Greife nie in ein fallendes Messer; und: Agiere nie gegen den Markt. Das heißt, Anleger sollten der Börse fernbleiben, solange diese wie jetzt abwärts gerichtet ist.

Ein Blick auf die Charts einschlägiger Indizes wie dem Deutschen Aktienindex (Dax) verdeutlicht die Situation: Weil jedes Kurshoch unter dem vergangenen liegt und Tiefs unter dem vorhergehenden, haben die Bären das Sagen. Das heißt: Die Nachfrage der Anleger reicht nicht aus, um das viel höhere Angebot zu befriedigen. Besonders deutlich wurde dies in den vergangenen Tagen, als der Dax nach seinem fulminanten Sturzflug um 1 500 Punkte zwar zur allseits erwarteten Rally ansetzte, diese aber rasch wieder verpuffte.

"Der Abwärtstrend ist intakt. Nicht einmal Ansätze eines tragfähigen Bodens bilden sich aus", analysiert der Hamburger Charttechniker Holger Struck. Frühzeitig hatte der Stratege im Frühjahr 2003, als der Dax bis auf 2 188 Punkte gefallen war, einen tragfähigen Boden erkannt und anschließend zum Kauf geraten.

Um solch einen Boden zu erhalten, dürfen die Kurse nicht mehr unter die alten Tiefs fallen. Zudem sollten Erholungen stärker ausgeprägt sein als bislang. Kurzum: Die Situation sollte umgekehrt ausschauen als jetzt. "Erst wenn in der aktuellen Schwächephase die alten Tiefs halten, bekommen wir zumindest die Chance auf eine Stabilisierung", sagt der freie Charttechniker Frederik Altmann. Die auffallend rasch nachlassende Dynamik während der jüngsten Erholung stimmt aber auch ihn skeptisch.

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