Chartanalyse
Euro gerät zum Yen ins Hintertreffen

Nachdem der Euro zum Yen im ersten Halbjahr deutlich an Wert gewonnen hat, fiel er zuletzt zurück. Auch aus charttechnischer Sicht sieht es derzeit eher schwach für den Euro aus. Die Gemeinschaftswährung dürfte in den kommenden Wochen weiter zurückfallen.

FRANKFURT. Am 8. Juli hat die Gemeinschaftswährung ihren Aufwärtstrend vom 2. Februar 2009 unterschritten. Dieser endet momentan bei rund 135,15 Yen. Doch nicht nur der Bruch des Aufwärtstrends dürfte auf dem Euro lasten, auch die derzeit auszumachende Chartformation eines absteigenden Dreiecks verheißt für die europäische Gemeinschaftswährung nichts Gutes.

So wird ein absteigendes Dreieck in der Regel nach unten hin aufgelöst, wenn wie im vorliegenden Fall ein Aufwärtstrend vorangegangen ist. Die horizontal verlaufende Unterstützungslinie des absteigenden Dreiecks verbindet die Tiefs vom 18. Mai 2009 und vom 8. Juli bei 126,99 bzw. 127,00 Yen miteinander. Die obere Begrenzungslinie des Dreiecks stellt die Verbindungslinie der Verlaufshochs vom 5. Juni 2009 bei 139,26 Yen sowie vom 1. Juli 2009 bei 136,90 Yen dar.

Auch die charttechnischen Indikatoren im Wochenchart zeigen, dass sich die Marktteilnehmer auf schwächere Euro-Notierungen einstellen müssen. So zeigt sich die Stochastik unterhalb ihrer Signallinie, und der als Trendfolgeindikator bekannte MACD verliert oberhalb seiner Triggerlinie deutlich an Schwungkraft. Kaum besser sieht der Monatschart aus. Löst der Euro das fallende Dreieck nach unten hin auf, dürfte er zunächst bis auf 125,67 Yen fallen. Anschließend trifft der Euro bei 124,38 Yen auf das Verlaufstief vom 28. April 2009. Eine weitere Unterstützung liegt bei rund 122,50 Yen. Festzuhalten bleibt, dass sich aus der Formation des absteigenden Dreiecks sogar ein mittelfristiges Kursziel von 114,74 Yen ableiten lässt. Investoren, die mit einem schwachen Euro zum Yen rechnen, dürfen sich also freuen.

Der Autor Christoph Müller ist Devisenanalyst bei der DZ Bank.

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