Chartgespräch
„Der Dax hat jetzt Potenzial für mehr als 7 000 Punkte“

Amerikas Notenbank lieferte die Initialzündung für das Kursfeuerwerk. Anleger interpretieren das 600 Mrd. Dollar schwere Kaufprogramm für Anleihen als Liquiditätsspritze für die Finanz- und damit auch Aktienmärkte.
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DÜSSELDORF. "Der Dax hat jetzt Potenzial für mehr als 7 000 Punkte", blickt Rainer Sartoris schwungvoll nach vorn. "Einziges Haar in der Suppe" ist für den technischen Analysten bei HSBC Trinkaus der fast überbordene Optimismus. Einmal in Fahrt gekommen, kennt der Dax keinen Halt mehr. Monatelang pendelte Deutschlands wichtigster Börsenbarometer richtungslos auf und ab. Einerseits animierte die rasante Konjunkturerholung und die starken Unternehmensgewinne zu Käufen. Andererseits gingen Anleger in Deckung, sorgten sich angesichts der schwachen Entwicklung in den USA über den Zustand der Weltwirtschaft.

Diese Patt-Situation ist Schnee von gestern, seitdem der Dax sein Jahreshoch von 6 387 Punkten geknackt und in den folgenden drei Wochen sieben Prozent zugelegt hat. "Nach oben ist der Weg jetzt frei", sagt der Experte angesichts der neuerlichen Kursrally in der vergangenen Woche. Hohe Umsätze, starke Tagesgewinne und eine gute Marktbreite (wenig Kursverlierer und viele Gewinner) stimmt das Chartherz optimistisch.

Einen Widerstand sieht Sartoris bei 7 231 Punkten. Das ist der Höchststand seit Anfang Januar 2008. Damals fiel der Dax mit einem Mal wie ein Stein. Auslöser war Jérôme Kerviel von der französischen Großbank Société Générale. Der Händler hatte sich vornehmlich mit deutschen Aktien verzockt. Um den Milliardenschaden nicht noch weiter ausufern zu lassen, verkaufte das Institut die von Kerviel gehaltenen Aktien - und schickte so den Dax auf Talfahrt.

Vor allem professionelle Anleger orientieren sich oft an solch markanten Marken und neigen dazu, bei einem späteren Erreichen erst einmal Gewinne zu versilbern. Dadurch erfüllen sich derartige Widerstands-Prophezeiungen oftmals von selbst.

Mit Spannung blickt Sartoris derzeit auf den weltweit wichtigsten Börsenindex, den S&P 500 in den USA. Anders als der Dax hat der S&P sein Jahreshoch erst am vergangenen Freitag überschritten. Die Entscheidung, ob damit der Widerstand nachhaltig gebrochen ist, steht noch aus. Fällt der S&P in den kommenden Tagen nicht unter die Marke von 1 220 Punkten zurück, gilt der Ausbruch als gelungen. "Anschlusskäufe werden folgen", ist sich der Experte sicher.

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  • Der Dax hat ebenso das Potential innerhalb sehr kurzer Zeit drastisch abzustürzen !!!
    Wer jetzt noch dort investiert ist, ist ein gieriger Zocker - oder einfach nur dumm !

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