Chartgespräch
„Die Argumente der Pessimisten sind tot“

Wer angesichts des rasanten Anstiegs auf den Aktienmärkte auf allzu niedrige Kurse wartet, könnte den richtigen Augenblick verpassen. Auch zum Jahresende sieht Analyst Jeff Hochmann keinen Grund für Schreckensszenarien.
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DüsseldorfErmüdungserscheinungen? Reif für eine Korrektur oder gar eine Trendwende nach unten? Der rasante Anstieg an den Aktienmärkten nährt solche Befürchtungen, zumal noch schwierige Wochen bevorstehen. Denn in keinem Monat entwickeln sich die Aktienkurse statistisch betrachtet so schlecht wie im September. Und in keiner Jahresphase schwanken die Märkte so stark wie im September und Oktober.

Jeff Hochman will von solchen Schreckensszenarien nichts wissen. „Ja, der Markt ist reif für eine Korrektur“, sagt der erfahrene Leiter der technischen Analyse beim Vermögensverwalter Fidelity. Aber: Eine Reihe von Indizien deutet für ihn darauf hin, dass es zu mehr als einer maximal acht- bis zehnprozentigen Korrektur nach unten nicht reichen wird, um einmal aus der Perspektive der „Bären“ zu sprechen, die auf fallende Kurse setzen.

Deshalb rät Hochman allen Anlegern, die noch Geld für Aktien übrig haben, nicht auf allzu niedrige Kurse zu warten, denn dann könnte es schon wieder zu spät sein, weil die Märkte zur üblichen Jahresschlussrally längst wieder durchstarten. Zum Jahresende rechnet er damit, dass der amerikanische S & P 500, der weltweit wichtigste Börsenindex, zwischen 1470 und 1500 Punkten notieren wird, also rund zwei bis vier Prozent höher als derzeit.

Für eine erst einmal bevorstehende Korrektur spricht der größer gewordene Optimismus im Markt. Nach den Hedge-Fonds, die nach den Messungen von Fidelity und einschlägigen Finanzdienstleistern wie Bloomberg zuletzt massiv in Aktien eingestiegen sind, um dem Aufwärtstrend zu folgen, sind jetzt auch die übrigen Investoren mehrheitlich ins Optimistenlager gewechselt.

Das zeigt sich beispielsweise in den sogenannten Put-Call-Ratios: An den Finanzmärkten werden derzeit sehr viel mehr Optionen auf steigende als auf fallende Kurse gekauft - die Mehrheit folgt also dem Aufwärtstrend. Doch genau das ist üblicherweise ein zuverlässiger Kontra-Indikator: Wer im Markt bereits investiert ist, kommt nur noch als potenzieller Verkäufer infrage.

Deshalb ist das Risiko sinkender Kurse größer als die Chance steigender Notierungen. Doch die Anleihe-Kaufprogramme der Europäischen Zentralbank, die zahlreichen Programme der US-Notenbank Fed zur Stimulierung der Konjunktur und die „Wall of Worry“ stimmen den Experten optimistisch. Hinter dieser „Mauer der Sorgen" verbirgt sich, dass die Aktienmärkte unabhängig von politischen oder wirtschaftlichen Sorgen steigen - so wie es derzeit die Börsen eindrucksvoll vormachen.

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"Die Wall of Worry ist intakt"

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  • ....und das ist genau der Grund warum man Analystenmeinungen in die Tonne kloppen kann.
    Diese Lebenskünstler werden fürs Horoskope erstellen bezahlt.

  • Als Einzelbereiche stehen die Abteilungen schlechtest da
    geht es den Bach runter!
    oder das Ergebnis ruinös!
    Man lebt das alte, „allen wohl bekannte Leben“*[sorry]* hemmungslos aus, hat es etabliert,
    in der neuen Gesellschaft, ("das Leben der Andern"),
    man spricht Hochdeutsch,
    negiert,
    gibt sich nicht zu erkennen!
    die überwiegende Mehrheit

    die Ideologische Herkunft, über die Personalakte, ist nicht feststellbar.
    Nur über den Geburtsort auf dem Personalausweis,
    einzige mit den sich die BRD einbrachte,
    als ein Unterscheidungsmerkmal.

    Ich habe das Gefühl, die Einheimischen hier denken, ihre alte Gesellschaft hätte sich von alleine so bekannt entwickelt.

    Wohl dem, der mit den Aufgezählten Bereichen nicht in Kontakt kommen, und der sein Leben nach dem Motto lebt, nach mir die Sintflut!
    der aber Kinder und Enkel hat, der sollte sich schon Gedanken machen, was wohl mal aus dem Land werden kann, unter derartigen Voraussetzungen?

    auch die ddr° von 1952, war nicht die ddr° von 1981!!
    -

  • „Die Argumente der Pessimisten sind tot“?
    An der Börse weiß ich nicht Bescheid, aber in der Realität bin ich zuhause!
    Meine Realität sieht bitter böse aus,
    wenn es um zusammen und gemeinsam geht, ein Volk?

    Die Realität sieht da ganz anders aus!!

    Hier in der BRD, leben, agieren die eingewanderten Ostdeutschen unter sich,
    mit so wenig Schnittpunkten wie möglich mit den Einheimischen bildend.
    Arbeitsplätze, immer ganze Systeme, sind die Verwaltungen,
    KK IKK ua., ARGE, der ganze soziale Bereich um Caritas, oder aber in Abteilungen unter sich bleibend – in der Fremde, ihre alte Gesellschaft weiter lebende(Hierarchie).
    Erwähnenswert sind noch Schule, Presse, Finanzbehörde, Polizei, selbst bei der Aldi-Rotation!

    Die Bundesdeutsche-Gesellschaft ablehnend, verachtend,
    man sieht sich als Gewinner der Wiedervereinigung.

    Man hatte in der ddr“, über 4 Generationen, ein tief verinnerlichtes Feindbild(als Selbstschutz des Regimes) gegen die BRD, den kapitalistischen Klassenfeind aufgebaut, gelebt und nach 22 Jahren hat sich daran nichts geändert!(wohl durch Selbsterkenntnis geschürt)
    Überall dort, wo man die Verantwortung trägt, (D-Bahn, D-Post, Telekom, Bildung, ARGE,
    Karstadt 2002-2009 ruiniert,
    dann die Mitarbeiter wegen Realität der Marktwirtschaft ausgetauscht. Bei den anderen wirken die Gesetze der Marktwirtschaft nicht, die Medien auch ausgenommen von Qualität)
    die D-Bahn(ua.) ist das Pondon zu Karstadt 2002-2009, bis 2004 alle Mitarbeiter durch Ostdeutsche ersetzt hatte,
    und so wie es bei Karstadt ab ´04-´09 keine Veränderung gab, kann es bei der D-Bahn keine Veränderung geben!
    man verfügt nicht über die Flexibilität, nach 22 Jahren nichts angenommen, dazu gelernt,
    sondern versucht immer weiter zu minimalisieren um zu kontrollieren,

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