Charttechnik signalisiert Chance auf Stabilisierung
Euro-Stoxx-50-Index verlässt seinen Hausse-Trend

Der Euro-Stoxx-50-Index befindet sich seit März 2003 in einer Aufwärtsbewegung. Oder man muss besser sagen: befand. Denn nach einer Korrektur im ersten Halbjahr 2004 - ein Rückgang von 2 965 auf 2 560 Punkte - bildete sich ein idealtypischer Hausse-Trend heraus.

FRANKFURT. Dieser Trend, der etwa 22 Monate andauerte, wurde durch eine Hausse-Trendlinie, die bis zuletzt direkt an der steigenden 200-Tage-Linie (zuletzt bei 3 580 Punkten) lag, begrenzt. Dieser Hausse-Trend war durch ein Wechselspiel von mittelfristigen Aufwärtstrends, mittelfristigen Konsolidierungen und neuen Kaufsignalen geprägt.

Von Ende April bis Ende September 2005 kam es innerhalb eines Aufwärtstrends zu einer deutlichen Aufwärtsbeschleunigung (Kursanstieg von rund 2 910 auf 3 480 Punkte). Anfang Oktober lief der Index zur Seite in eine Seitwärts-Trading-Range, die einerseits durch den Support-Bereich um 3 200 und andererseits durch die gestaffelte Resistance-Zone bei 3 400 bis 3 430 Punkte begrenzt wurde. Diese Trading-Range hatte aus mittelfristiger technischer Sicht einen trendbestätigenden Charakter. Ende November 2005 setzte sich der Index mit einem Kaufsignal nach oben ab und hat dabei einen neuen beschleunigten Aufwärtstrend etabliert.

Von Mitte Februar bis Mitte Mai 2006 lief der Index in eine charttechnische "Keil-Formation", ein bearishes Signal, hinein. Dieser "Keil" und der beschleunigte Aufwärtstrend wurden Mitte Mai mit einem ersten Take-Profit-Signal verlassen. Nach einer kurzfristigen Stabilisierung an der 200-Tage-Linie führte ein weiteres Verkaufssignal den Index aus dem 22-monatigen Hausse-Trend und sorgte für eine Kursetablierung unterhalb der 200-Tage-Linie.

Die jetzt laufende Korrektur sollte trotz der hohen Abwärtsdynamik in den vergangenen Wochen an beziehungsweise in der alten Trading-Range bei 3 200 bis 3 430 Punkte eine mittelfristige Stabilisierungschance besitzen. Bevor aber eine defensive technischen Haltung gelockert oder aufgegeben wird, sollte der Index zumindest den laufenden Korrektur-Trend aktuell bei rund 3 580 Punkte zur Seite verlassen haben.

Der Autor ist technischer Analyst bei Commerzbank Corporates & Markets.

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