Absicherung wird schwieriger
Derivate federn Preissprünge ab

Die Preise für Rohstoffe schwanken teilweise stark. Die Absicherung wird immer schwieriger. Handelsgesellschaften legen sich nur noch für wenige Monate fest.

HB DÜSSELDORF. Durchatmen in den Einkaufsabteilungen der Industrie: Der Index der Londoner Metallbörse liegt zehn Prozent unter dem Rekordstand von Mai; Zeit für Strategen, sich gegen die nächste Teuerungsrunde zu schützen. Die Zeit scheint günstig: Kupfer, Nickel und Zink sind per Termin in 15 Monaten günstiger als bei sofortigem Kauf. Bei Nickel beträgt der Abschlag sogar 30 Prozent. Normalerweise verlangen Metallhütten Aufpreise dafür, dass sie vorab Preise für die Zukunft vereinbaren.

Angesichts extremer Preisschwankungen sind Absicherungsstrategien schwierig. So legt sich die Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft aus Duisburg in der Regel nur noch für drei Monate für Zink fest. Das Problem sind Margin-Verpflichtungen, die Händler für Absicherungen hinterlegen müssen. "Wir sichern unsere Lieferverpflichtungen grundsätzlich mit Termingeschäften - Futures - ab. Läuft der Preis dann gegen uns, müssen wir innerhalb von 24 Stunden die hinterlegte finanzielle Sicherheit, die Margin, erhöhen", erklärt ein Grillo-Händler.

Außer mit Futures können sich die Händler auch mit Optionen gegen Preisschwankungen absichern. Die Preise, die so genannten Prämien, die hierfür verlangt werden, sind jedoch prohibitiv hoch", heißt es im Thyssen-Krupp-Konzern. Grund sind extreme Preisschwankungen, die als Volatilitätsfaktoren bei der Prämienberechnung dienen. Die Prämien berücksichtigen, dass es "demnächst zu einem Preisknall kommt", wie es ein Thyssen-Händler formuliert.

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