Aktuelle Studie
Experten erwarten Ende hoher Rohstoffpreise

Die hohen Preise für viele Rohstoffe werden nach den Erwartungen europäischer Experten schon bald wieder fallen.

HB HAMBURG. Da das weltweite Wachstum abnehme und die Kapazitäten zur Rohstoff-Förderung ausgebaut werden, dürften sich die Rohstoffmärkte zunehmend abschwächen, heißt es in einem Bericht der Vereinigung Europäischer Konjunkturinstitute (AIECE), den das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) am Dienstag in Hamburg verbreitete. Einige Rohstoffe, bei denen Finanzinvestoren in den Markt eingestiegen sind, könnten sich danach sogar stark verbilligen.

Die Experten haben für ihre Studie 29 Rohstoffmärkte analysiert. Danach sind die Preise auf Dollarbasis allein im ersten Quartal dieses Jahres um neun Prozent gestiegen; seit dem Jahr 2000 haben sie sich ungefähr verdoppelt. „Zum Teil ist die Aufwärtsbewegung bei den Preisen auf eine erneute Beschleunigung der weltwirtschaftlichen Aktivität zurückzuführen“, schreiben die Autoren. Die Industrieproduktion habe in den vergangenen Monaten nochmals deutlich angezogen; gleichzeitig setze sich das starke Wachstum in China ungebremst fort.

Darüber hinaus hätten auch Finanzinvestoren zum Preisanstieg beigetragen, die ihr Engagement in den Rohstoffmärkten stark ausgeweitet hätten. „Dies kann freilich die Preisvolatilität (Stärke der Schwankungen) an diesen Märkten erhöhen und birgt das Risiko einer ausgeprägten Korrektur, wenn sich der Trend dreht“, heißt es in dem Bericht.

Für den weltweit meistgehandelten und wichtigsten Rohstoff Öl sehen die europäischen Konjunkturforscher allerdings keinen Abwärtstrend voraus. „Zwar hat sich der Nachfrageanstieg abgeschwächt und die Vorräte wurden weiter deutlich erhöht“, heißt es in dem Bericht. Gleichzeitig sei jedoch die Risikoprämie durch politische Unsicherheiten und die knappen Reservekapazitäten gestiegen. „In diesem Umfeld dürften die Preise im Grundsatz hoch bleiben“, erklärten die Wissenschaftler.

Eine Entspannung kündigt sich dagegen bei den Metallpreisen an. Sowohl für Nichteisenmetalle als auch für Stahl sieht das AIECE möglicherweise deutliche Preiskorrekturen nach unten voraus. Eher durchmischt sind die Erwartungen für landwirtschaftliche Rohstoffe, die in den vergangenen Monaten auch weniger stark im Preis gestiegen sind. Nach den Berechnungen der Experten werden manche Rohstoffe im Preis steigen, zum Beispiel Tee, Kakao und Zucker, andere dagegen fallen wie Weizen, Reis und Kaffee.

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