Anstieg erwartet
Ölpreise stabilisieren sich langsam

Nach kräftigen Verlusten erholt sich der Ölpreis: Das Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 106,45 US-Dollar. Die positiven Arbeitsmarktdaten, die aus den USA erwartet werden, könnten zu einem Hoch führen.
  • 0

SingapurAn den Rohstoffmärkten herrscht weiter Flaute. Am Freitag notierten die Preise für Industrie- und Edelmetalle nahezu unverändert. Der Ölpreis stabilisierte sich nach den Preisabschlägen der vergangenen Tage. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 106,53 Dollar 0,2 Prozent mehr als am Vorabend, als enttäuschende US-Konjunkturdaten und hohe Lagerbestände den Brent-Preis zeitweise auf ein Fünf-Monats-Tief von 105,29 Dollar gedrückt hatten. Die Handelsumsätze in New York waren dabei überdurchschnittlich hoch.

In den USA sind die Öllager derzeit so voll wie seit 22 Jahren nicht. Auch bei den Industriemetallen ist die Nachfrage derzeit so schwach, dass die Lager in London und Shanghai voller als erwartet sind. Daher haben die Preise für Kupfer seit Jahresbeginn überraschend nachgegeben. Am Freitag kostete eine Tonne mit 7441,50 Dollar etwa so viel wie am Vorabend. Am Donnerstag war der Preis zeitweise auf ein Acht-Monats-Tief von 7331,25 Dollar gefallen. Ende 2012 hatte der Preis noch bei 7931 Dollar gelegen.

Vorerst erwarten Analysten aber keine weiteren größeren Preisabschläge. "Wir rechnen mit einer moderaten Erholung in den USA und in China", erläuterte ein Händler in Melbourne. Auch die Entwicklung des Goldpreises hat die Börsianer bislang enttäuscht. Trotz der unveränderten Geldschwemme in Asien, den USA und Europa haben die Anleger in den vergangenen Wochen ihre ETF-Bestände massiv verringert.

Gold als Inflationsschutz sei derzeit einfach nicht gefragt. "Die Aufwärtstendenz der vergangenen zwölf Jahre scheint nicht mehr zu existieren", sagte ein Rohstoff-Analyst in Frankfurt. Gold konnte selbst von der massiven Lockerung der Geldpolitik in Japan nicht profitieren. "Die Stimmung für Gold hat sich gedreht, der Preis dürfte über kurz oder lang unter Druck bleiben", fügte ein Börsianer in London hinzu.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anstieg erwartet: Ölpreise stabilisieren sich langsam"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%